WEBVTT

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Die Schiefertafel hat ja auch so ihre eigene Geschichte. Es ist ja, sagt das Wort ja schon, Tonschiefer, der dunkel gefärbt ist und letztendlich einen Holzrahmen bekam. Einmal, wenn ich feucht abwischen wollte, mit einem Schwamm und einmal mit einem Lappen versehen.

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Der Griffel ist ähnlich Schiefer wie das, aber ist zurecht geschnitten worden und musste vorne immer eine bestimmte Spitze haben, damit ich schreiben konnte. Was sehr gefährlich war und was vielleicht auch zu Strafen geführt hat, wenn ich dann, das ist wie mit einer langen Kreide, rübergehe, dann quietscht es so schön. Und so ist das mit dem Griffel auch gewesen.

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So viel wie mir bekannt, gab es kein Papier dazu. Ich meine, die Eltern waren ja auch unterschiedlicher Herkunft. Diejenigen, die es sich leisten konnten, nehme ich an, haben auch Hefte oder Papier kaufen können. Die anderen Landarbeiter oder eben, schlechthin Schweizer genannt, die Stallarbeiter, ich glaube nicht, dass sie sich das leisten konnten. Und wenn, habe ich mal gehört,

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ist oftmals auf Zeitungspapier geschrieben worden. So was gab es ja auch damals. ...(GERÄUSCH) Das war mit einem Schwamm. Diese Schiefertafel hat den Vorteil, ich muss nicht so viel Hefte benutzen, aber sie hat natürlich auch den Nachteil, dass ich ja, wenn die Tafel voll ist, ich letztendlich alles wieder abwischen muss. Und dann wäre es schön, wenn es in meinem Kopf wäre. ...(GERÄUSCH) Das war ein Lappen.

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Und dann letztendlich ist es ja auch eine Möglichkeit gewesen, um zu üben. Eine Seite kariert, zum Rechnen, andere Seite liniert, zum Schreiben. Das, was damals wichtig gewesen ist, rechnen, schreiben, lesen.

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Ich meine, man muss davon ausgehen, die Schiefertafel ist im 19. Jahrhundert in den Volksschulen benutzt worden. Benutzt hat man sie, um schreiben zu lernen. Es ist ja nicht so ein umfangreiches Bildungsangebot gewesen wie heute. Es gab weder Fremdsprachen, noch gab es Chemieunterricht. Es war ja eben tatsächlich eine Volksschule und da ging es um Rechnen, Lesen und Schreiben. Also man hat auf der Schiefertafel Schreiben gelernt.

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Mit einer Schrift, die weitaus anspruchsvoller gewesen ist. Aus dem Grunde hat die Schiefertafel natürlich ihren Vorteil gehabt. Ich konnte schön jeden einzelnen Buchstaben malen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich musste ihn auch malen, wenn er dann tatsächlich richtig sein sollte. Und das war eben diese Sütterlin-Schrift.

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Sie war verspielter, verschnörkelter. Sie sah gut aus. Der Vorgänger war die Kurrentschrift. Und wie gesagt, jede Gesellschaft setzt sich auch gern mit bestimmten Dingen durch. Und das war dann die Sütterlin-Schrift nachher gewesen. Die Herr Sütterlin dann, 

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ein Grafiker um 1911 entwickelte. Das war im Auftrag des preußischen Kultusministeriums. Auch der Kaiser, der hat ja auch nicht gedacht, dass seine Macht 1918 schon vorbei ist, der wollte ja auch "ewig und drei Tage" regieren und wollte dann auch etwas Bleibendes schaffen, nämlich diese Sütterlinschrift. Und auch das ist auf der Tafel, musste schön

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erarbeitet und bearbeitet werden. Auf ein sauberes Schriftbild wurde ein sehr großer Wert gelegt, dass das, was ich unterschrieben habe, mit meiner Unterschrift, dass das auch zu lesen war. Es gab manche Strafen, Mädchen in der Hand, Jungen hinten rauf, wenn das eben nicht der Fall gewesen ist. Mit einem Rohrstock natürlich.

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Die zog sich dann eben bis in die 30er Jahre hinein. Die Kinder, die da zur Schule gegangen sind, haben sich mit dieser Schrift herumgeärgert oder vielleicht hat es ihnen sogar Spaß gemacht. 
Stubengeschichten – ein Projekt von LAND-LAB im Auftrag des Kulturlandbüros.

