WEBVTT 00:00:01.620 --> 00:00:32.679 Mein Bezug zur Feldschmiede rührt schon aus der Kindheit hervor, denn ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen mit acht Milchkühen, zwölf Schweinen und zwei Pferden. Und gerade in puncto Pferde war die Schmiede ein ganz wichtiger Ort, denn die Pferde mussten viel arbeiten, brauchten dafür gute Eisen, sodass sie dann eben auch vernünftige Hufe hatten, die sauber waren. Der Schmied hat die Hufe ja dann auch gleich neben den Hufeisen gelegt, 00:00:32.899 --> 00:00:54.780 oder den Hufbeschlag dann auch gereinigt und sauber gemacht, geschliffen und wieder so, dass die Pferde dann auch kräftig auf dem Feld zupacken konnten. Ohne Schmied wäre ein Dorf gar nicht denkbar. Ich habe auch mal mich so verständigt mit alten Leuten, die dann so gesagt haben, der Schmied oder die Schmiede gehörte zu einem Dorf wie die Schule oder der Bäcker. 00:00:56.659 --> 00:01:18.280 Es gab auch Bauern, die mehrere Pferde hatten oder die ein bisschen abseits wohnten, die dann nicht in der Lage waren, mit allen Pferden zur Schmiede zu kommen. Und dann wurde gern auch mal die Feldschmiede genutzt für diese Geschichte. Wenn die Feldschmiede eingesetzt werden musste, wurde der Schmied abgeholt von den Bauern mit dem Pferdewagen und dann wurde vor Ort die Arbeit verrichtet. 00:01:19.420 --> 00:01:39.680 Die Feldschmiede ist schon vom Gewicht her sehr schwer und da mussten schon gut zwei Männer anpacken, um die Feldschmiede dann zu transportieren. Mal kurz dazu, wie so eine Feldschmiede funktioniert. Die Feldschmiede hat einen großen Behälter für die Steinkohle. 00:01:39.980 --> 00:02:00.939 Sie hat ein Gebläse, das muss mit einem Pedal angetrieben werden, da muss ordentlich zugetreten werden, dass da auch Luft rein kommt und dass das Feuer ordentlich entfacht wird. Und erst wenn das Feuer richtig heiß war, konnte der Schmied dann mit der Feldschmiede auch ordentlich arbeiten. Da gab es dann vom Schmied auch schon mal eine Ansage: "Mein Jung, nu tritt aber ordentlich zu!" 00:02:03.439 --> 00:02:29.080 Gut anderthalb Stunden musste man schon Vorlauf haben. Die Steinkohle musste ja vernünftig durchbrennen. Und erst die Glut hat ja die Hitze abgegeben auf der Feldschmiede. Und da musste dann, wie gesagt, schon tüchtig Sauerstoff zugeführt werden, dass die Glut dann auch wirklich so heiß ist, dass man dann darin das Eisen weich machen konnte und der Schmied dann auch in der Lage war, dieses Eisen ordentlich zu bearbeiten. 00:02:29.659 --> 00:03:01.620 Und wie heißt das Sprichwort? Schmiede das Eisen, solange es heiß ist. Also ganz wichtig für die Feldschmiede ist ja der Amboss. Der musste mit, der ist natürlich auch sehr schwer. Da hatten die Männer schon ganz schön anzupacken. Zangen sind sehr wichtig, denn man kann ja das glühende Eisen nicht mit der Hand anfassen. Und dann noch verschiedene Werkzeuge - bei Hufeisen zum Beispiel mussten Löcher rein oder gestanzt werden. Und die musste der Schmied dann alle bei sich haben. 00:03:02.500 --> 00:03:31.740 In der Regel ist es schöner, wenn man die Arbeiten direkt in der Hauptschmiede erledigen kann. Wie gesagt, die Feldschmiede war ein wichtiges Arbeitsmittel für den Schmied, wenn Sachen waren, die nicht woanders verrichtet werden konnten oder an Ort und Stelle. Wenn ein Pferdewagen kaputt ist, dann kann er nicht fahren, ist er nicht fahrbereit und dann muss er dort an der Stelle repariert werden. Also der Schmied in Boock, das war schon, kann man fast sagen, eine Institution. 00:03:32.180 --> 00:03:52.520 Der war sehr beliebt im Dorf und die Schmiede war auch gern mal ein Anlaufpunkt, um ein kleines Schwätzchen zu machen. Und wir als Kinder durften da immer kommen und auch mal zuschauen bei der Arbeit in der Schmiede und das hat immer großen Spaß gemacht. Im Schmiedehandwerk gibt es auch sehr interessante Anekdoten. 00:03:52.759 --> 00:04:19.680 Und eine fällt mir da jetzt gerade ein, der Hufschmied musste ja auch für seinen Hufbeschlag die Hufnägel selber schmieden. Und da war er gerade bei der Arbeit und hatte einen Lehrling und der Lehrling bat dann den Schmied doch mal auch selber Hand anzulegen und so einen Hufnagel zu schmieden. Und dann hat der Schmied gesagt, pass auf mein Junge, wenn ich sage Schluss, dann hörst du sofort auf mit dem Hämmern. 00:04:20.199 --> 00:04:52.339 Der Schmied hat aber etwas gestottert und der Junge hat tüchtig seine Nägel geschmiedet. Und dann sagte der Schmied, "Schschschschluss, schiet egal, Schippen brauchen wir auch." Und wie so lang ein Hufnagel ist, das kann man sich bei uns gerne in der Heimatstube in Burg ansehen. Herzlich willkommen. Stubengeschichten - ein Projekt von Land-LAB im Auftrag des Kulturlandbüros.