{"\ufeffMH: Apropos Psychologie, ja, hallo und herzlich willkommen. Ich gr\u00fc\u00dfe dich zu einer neuen Folge unseres Junfermann-Podcasts. Apropos Psychologie, heute zum gro\u00dfen Thema der Einsamkeit, die sicher jede und jeder von uns immer wieder mal mehr oder weniger versp\u00fcrt. Aber ab wann ist ein Mensch eigentlich einsam und ab wann tut Einsamkeit wirklich nicht mehr gut? Und vor allem, wie kann man sie \u00fcberwinden? Dar\u00fcber spreche ich heute mit Mia Flora. Mia Flora ist Psychologin, Paartherapeutin und Kommunikationstrainerin. Sie war Mensch der Woche bei Frank Elsner und ist ein gern gesehener T.V.-Talk Gast und nat\u00fcrlich Autorin. Ihr neuestes Buch tr\u00e4gt den Titel 'Jenseits der Einsamkeit f\u00fcr ein verbundenes Leben'. Das Buch ist im Klett Cotta Verlag erschienen, der diese Folge heute auch pr\u00e4sentiert. So, und jetzt begr\u00fc\u00dfe ich ganz, ganz herzlich Mia Flora, sch\u00f6n, dass Sie mein Gast sind.\nMF: Wunderbar, ich freue mich auch, dass ich eingeladen bin und dass wir so sch\u00f6n sprechen k\u00f6nnen.\nMH: Man h\u00f6rt schon aus Ihrem Tonfall und Ihrer Stimme heraus, dass Sie ein wirklich sehr offenherziger, neugieriger Mensch sind.\nMF: Ja, das stimmt und deshalb liegt mir auch das Thema der Einsamkeit so am Herzen, weil es viele Menschen Leiden macht und deshalb haue ich einfach mal die These raus, dies ist der wichtigste Podcast deines bisherigen Lebens.\nMH: Warum, frage ich jetzt.\nMF: Gute Frage, bei der Recherche zu meinem Buch habe ich erfahren, dass wir nach Wissenschaftsmeinung jetzt in einer Einsamkeitsgesellschaft \u00fcberleben mussten und au\u00dferdem bedeutet das, dass alles, was ich da rausgefunden habe, uns zeigt, dass es auf alle Menschen zutrifft, dass wir mit Einsamkeit ein Problem haben, weil n\u00e4mlich die Symptome von Einsamkeit bei allen Menschen global zunehmen, also auch bei unsereins. Ja-\nMH: Jetzt muss ich gleich noch mal, ich muss gleich mal eingr\u00e4tschen, weil da war jetzt schon so viel drin, dass ich so als als Normalverstehende jetzt noch mal so so so ein 2 Sachen nachfragen m\u00f6chte. So einmal, dass dass die Einsamkeit, dass wir im Grunde dazu gezwungen wurden, immer mehr in Einsamkeit zu leben, warum meinen sie das, ist das der der Gesellschaft oder dem System geschuldet, diese diese, ich sag mal so, Versingularisierung, warum, warum werden wir immer einsamere Menschen?\nMF: Genau, Fakten, Fakten, Fakten. Es gibt in manchen afrikanischen Sprachen keinen Begriff Einsamkeit. Das hei\u00dft, das kannten die nicht als \u00dcberlebensrealit\u00e4t.\nMH: Mhm.\nMF: Und in fr\u00fcheren Kulturen oder auch als wir noch Bonobos waren, wenn wir mal davon ausgehen, dass das ja noch gar nicht so lange her ist, da gab es auch keine Einsamkeit, \nMH: weil die Menschen mehr in der in der Gemeinschaft gelebt haben oder was, was, was war der Grund?\nMF: Genau, also die Frage, warum es so ist, der k\u00f6nnten wir vielleicht noch etwas sp\u00e4ter nachgehen, aber erst mal m\u00fcssen wir Fakten anerkennen, dass es das gar nicht gab. Ja, und das beruft uns dann, zu der Aussage, dass wir jetzt \u00fcberleben m\u00fcssen in einer Gesellschaft, die uns einbettet in Einsamkeit.\nMH: Was, was denke ich mir wahrscheinlich nicht ganz so gut ist, oder?\nMF: Ja, das ist entsetzlich. Also es ist in der Politik erkannt worden, aller Orten, wo man jetzt sich wirklich f\u00fcr die Menschen einsetzen m\u00f6chte und nicht nur eine Verwaltung der Katastrophe hier bereitstellt mit politischen Ma\u00dfnahmen, wurde erkannt, dass Einsamkeit unser gr\u00f6\u00dftes psychologisches Problem ist. Deshalb wurde beispielsweise in Gro\u00dfbritannien und auch in Japan ein Einsamkeitsministerium geschaffen, und in Deutschland bin ich in regem Austausch mit der Frau, die im deutschsprachigen Raum da am meisten vorne ist. Das ist die Emine Demirb\u00fcken-Wegner, das ist die Bezirksb\u00fcrgermeisterin von Reinickendorf in Berlin. Und sowohl in Gro\u00dfbritannien als auch in Japan als auch von dieser Frau wurde erkannt, dass es unbedingt politischer Ma\u00dfnahmen bedarf, weil die einzelne Person ja gar nicht schuld ist an ihrer Einsamkeit. Ja, also darauf m\u00f6chte ich auch gern gleich noch eingehen. Ich wollte, ich wollte 2, wenn ich darf, 2 Dinge voranschieben. Also das eine w\u00e4re einmal die Symptome von Einsamkeit, weil wir daran erkennen, also alle H\u00f6renden, ich sie, dass wir davon betroffen sind. Und zwar sind die Symptome Stress, Ersch\u00f6pfung, innere Leere, Gedanken an nicht steuerbares k\u00fcnftiges Leben, verbunden mit Angst oder Todesangst und Schlafschwierigkeiten. Die m\u00fcssen noch nicht mal alle vorhanden sein. Ja, also ich zum Beispiel habe keine Schlafschwierigkeiten, aber ich habe Stress.\nMH: Ja, also ich glaube, damit sprechen Sie ganz, ganz, ganz, ganz vielen Menschen aus der Seele, mitunter, n\u00e4mlich auch mir. Also Stress, Ersch\u00f6pfung, innere Leere, auch dass man diesen Gedanken an ein nicht steuerbares Leben auch manchmal hat, dass man denkt, oh mein Gott, ich schaffe diesen Berg nicht mehr. Also ich glaube, dass das, dass uns in diesem Moment ganz, ganz viele Menschen zustimmen werden.\n\nMF: Genau, genau, genau. Und wenn wir bei dem Punkt noch mal bleiben, es ist so, dass auch ich, als ich meine Recherche f\u00fcr das Buch angefangen hatte, erst mal gelesen habe, was wird denn allgemeing\u00fcltig \u00fcber Einsamkeit gesagt, was ist denn die Definition. Jetzt haben die eine Definition, die meines Erachtens ein Pferdefu\u00df hat, ja, und zwar ist die Definition sozusagen die gef\u00fchlte Diskrepanz von dem, was man an Verbindung haben m\u00f6chte, also soziale Kontakte, mit den wirklich vorhandenen sozialen Kontakten, also Verbindung. Das bringt aber den Menschen wiederum in dieses Gef\u00fchl, oh, ich hab irgendwie nicht so viel Verbindung wie ich will. Ja, halt, halt, halt. Ich komme jetzt mal aus der Psychologie. Ich habe erst 2019 mein Psychologiestudium abgeschlossen mit sehr guten Ergebnissen, weil es mir wichtig war, wirklich das zu ergr\u00fcnden, was f\u00fcr die Themen, die mich psychologisch interessieren, wichtig ist. Und eine Sache, die mir da beigebracht wurde, ist dass in der Psychologie Begriffe anders definiert werden als normalerweise ich es kannte. N\u00e4mlich man geht \u00fcber die wissenschaftlich gefundenen Komponenten des Ph\u00e4nomens. Ja, das bedeutet nicht diese Definition, die ich eben genannt habe, sondern die Definition, was haben wir denn f\u00fcr Komponenten, die man wissenschaftlich in Untersuchungen belegen kann und da kommt das eben raus, Stress, innere Leere, Gedanken an nicht steuerbares k\u00fcnftiges Leben und Schlafschwierigkeiten. Guck ich mich um in meiner Umgebung und das sind Leute, die hatten Bildung und Geld, also meistens teils ja, weil hier in Deutschland das ja nun mal so war. Und was nehmen die am Abend vor dem Einschlafen: C. B. D. Tropfen, weil sie dann besser schlafen k\u00f6nnen.\nMH: Also diese Symptome sind letztendlich ja wirklich tats\u00e4chlich uns auferlegt worden, ne, weil wir innerhalb dieses Systems eben auch entsprechend zu funktionieren haben und dann f\u00f6rdert es n\u00e4mlich genau diese Symptomatik, Stress, Ersch\u00f6pfung, innere Leere, also ja, das das kann ich absolut nachvollziehen. Ja, es ist im Grunde so, als wenn wir uns jetzt selber wieder aus diesem Thema, aus diesem Thema Einsamkeit herausarbeiten m\u00fcssen, ne.\nMF: Genau und das ist so ungef\u00e4hr wie der Baron M\u00fcnchhausen, der sich am eigenen Schopf aus der Misere ziehen musste und deshalb ja, m\u00f6chte ich den Leuten gerne helfen und sie ein St\u00fcck weit an der Hand nehmen. Also dieses Buch ist kein Ratgeber, sondern das ist Lebenshilfe f\u00fcr Leute, die sich selbst dann das raussuchen k\u00f6nnen, was f\u00fcr ihr Leben funktioniert. Deshalb gebe ich auch nicht so 123 Ratschl\u00e4ge, weil dann viele Leute das Gef\u00fchl haben, also so kann man es nicht \u00fcber einen Kamm scheren und es ist f\u00fcr mich nicht passend, sondern ich mache alles so, dass die Leserin, der Leser das f\u00fcr sich verwenden k\u00f6nnen in ihrem konkreten Alltag.\nMH: Mhm, da kommen wir gleich noch mal drauf zu sprechen, aber ich wollte nur noch mal einmal so feststellen, dass sie sagen, auch du bist nicht schuld an deiner Einsamkeit, ne, das das finde ich ja schon mal ein sehr tr\u00f6stlichen Gedanken, dass so die Einsamkeit tats\u00e4chlich ja letztendlich schon was Normales ist, was wir erleben, ne, hab ich, hab ich das richtig verstanden.\nMF: Genau, also das war das Schlimme, dass es zu unserer Normalit\u00e4t wurde. Und dass es dadurch auch auf uns zur\u00fcckgeworfen wurde, damit umzugehen. Ja, also wenn ich S\u00e4tze aus meinem Buch sage, auch aus dem letzten Buch, so funktionierst du noch oder lebst du schon, dann wissen alle Leute, dass es irgendwie auf sich zutrifft, aber niemand sagt einem, wie man denn da rauskommen kann. Ja, aus dieser Einsamkeitsfalle, aus der Funktionierfalle, die ja auch noch miteinander zu tun haben. Ja, also deshalb, ich w\u00fcrde jetzt noch mal kurz etwas vorweg sagen und dann beantworte ich gerne ihre anderen Fragen und zwar ist das Wichtige, dass das Ph\u00e4nomen Einsamkeit als Problem menschengemacht ist, weil es das nicht gab, bevor es Menschen auf der Welt gab. Ja, und ich habe einen Ausspruch von Kennedy, der mir sehr gut gef\u00e4llt, weil er Mutmachend ist und wir brauchen bei Einsamkeitsthematik Mutmachendes, wir brauchen Witze und wir brauchen Mutmachendes und deshalb habe ich jetzt hier etwas Mutmachendes von Kennedy.\nMH: Gerne.\nMF: Unsere Probleme sind menschengemacht, daher k\u00f6nnen sie auch von Menschen gel\u00f6st werden und jeder kann so gro\u00df sein, wie er will. Kein Problem des menschlichen Schicksals ist f\u00fcr den Menschen unl\u00f6sbar. Vernunft und Geist des Menschen haben oft das scheinbar Unl\u00f6sbare bew\u00e4ltigt und wir glauben, dass sie es wieder tun k\u00f6nnen.\nMH: Das ist der Hoffnungstr\u00e4ger Kennedy, ne, das ist so, das spricht einem so aus der Seele, so dieses, dieses auch so dieses, dieses ja wirklich Hoffnung machende, ne, dieses wirklich bleib, bleib mutig, gib nicht auf und ja, mach weiter. Aber sie sagten auch gerade, dass das Witze, Witze auch uns dabei irgendwie helfen k\u00f6nnen, uns aus dem Gef\u00fchl der Einsamkeit zu heben. Warum Witze, Humor?\nMF: Das Gegenteil von Einsamkeit, da k\u00f6nnen wir noch mal dr\u00fcber sprechen, aber ist unter anderem als Verbindung zu benennen. Und in dem Moment, wo wir mit einem Menschen zusammen \u00fcber etwas lachen, f\u00fchlen wir uns verbunden im Geiste mit diesem Menschen.\nMH: Mhm, dieses und dieses Gef\u00fchl, der Zugeh\u00f6rigkeit, ich versuch es jetzt gerade mal so ein bisschen f\u00fcr mich zusammenzufassen, dieses Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit, das ist auch glaube ich etwas, also diese Erf\u00fcllung mit mir und mit anderen Menschen zu sp\u00fcren, das das hebt mich auch wirklich von der Einsamkeit ab, das das bringt mich heraus, ne, dass ich wirklich mich absorbiert f\u00fchle von einem sch\u00f6nen, von einem sch\u00f6nen Moment, von einem sch\u00f6nen Gef\u00fchl von ich bin nicht alleine und das ist ja auch auch mit in ihrem Titel, ne, f\u00fcr ein verbundenes Leben.\nMF: Genau, Verbindung fehlte in unserer Welt. Am Schluss war man noch nicht mal mehr mit sich selbst verbunden. Oder man war nicht verbunden mit den Nachbarinnen und Nachbarn, man war nicht verbunden mit seinen Freundinnen und Freunden, man war nicht verbunden, wenn man an Weihnachten zur Herkunfts Familie hinfuhr. Ja, mhm, mhm, und dann ist ja die Frage, wie k\u00f6nnen wir denn diese Verbindung wiederfinden, aber was sagen\nMH: Genau, ich bleib nur noch mit einer letzten Frage noch einmal bei dieser Genese sozusagen, warum es die Einsamkeit gibt. Sie sprechen da auch von 7 Gr\u00fcnden, die Einsamkeit generiert haben.\nMF: Genau, das Schlimme ist, dass jeder einzelne dieser Faktoren schon eine Einsamkeitsgesellschaft h\u00e4tte bedingen k\u00f6nnen, aber wir haben 7 davon.\n\nMF: Also ich kann es Ihnen mal sagen, was die sind, das ist die Ellenbogengesellschaft, Geiz ist geil, et cetera. Dann das psychisch kranke System, ja, also einmal hatte ich eine Klientin, die dann sagte, sie hat nur eine kurze SMS von ihrer Schwester bekommen, melde mich ab in den Burnout. Ja, dann drittens das entfremdete System, ich hab mich jetzt erst da eingearbeitet in die Marxsche Idee der Entfremdung, ich hab das an Charlie Chaplin festgemacht, dass wir uns eben, weil wir uns mit der Arbeit, die ja doch viel unseres Tages ausf\u00fcllt, nicht mehr verbunden f\u00fchlen und dann eben auch aus anderen Beweggr\u00fcnden nach und nach auf 4 Weisen entfremdet f\u00fchlen. Ich m\u00f6chte jetzt nicht alle aufz\u00e4hlen, ich habe es auch kurz gemacht im Buch, das ist jetzt nicht langweilig zu lesen oder so, ich habe nur das aufgef\u00fchrt, immer was hilft, ja. Also das entfremdete System hat uns vom wir \u00fcberhaupt entfremdet, ja so dann und von uns selbst. Dann das Vogelk\u00e4figsystem, dass wir alle leben wie in so Hamsterk\u00e4figen oder Vogelk\u00e4figen nicht mehr eingebettet in die Natur wie Urst\u00e4mme das noch hatten.\nMH: Ja.\nMF: Oder die Bonobos eben. Dann das Post-Covid-System. Das hat uns ja sozusagen in Einzelhaft oder Sippenhaft gesetzt f\u00fcr eine ganze Zeit. Und dann haben wir eben ja Vereinzelung als Ergebnis. Dann sechstens das Social-Media-System und siebtens das falsche Liebessystem.\nMH: Das ist eine Menge, ne? Das ist, das ist eine Menge, was sie da gerade aufz\u00e4hlen und selbst wenn sie sagen, dass das nur 1 schon reicht, um uns in die Einsamkeit zu treiben, dann finde ich das schon ziemlich erschreckend.\nMF: Ja, genau, also es war auch f\u00fcr mich so eine Herausforderung, mich mit so viel Negativem zu besch\u00e4ftigen, weil ich ja als Kind eben sehr, sehr einsam war, hatte ich da schon fr\u00fcher mit angefangen, mich zu besch\u00e4ftigen damit, aber trotzdem ist jetzt noch mal in der Massivit\u00e4t zu lesen, dann zu h\u00f6ren, dass in den U.S.A. mittlerweile jeder vierte Mensch keine einzige Freundschaft mehr hat. \nMH: Und das ist, sag ich mal so ganz plump, und das trotz Social Media, ne, oder eigentlich soziale Medien eigentlich genau das f\u00f6rdern sollten, aber ja, \nMF: ich bin das \u00fcbergegangen, die als asoziale Medien bezeichnen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir, wenn wir sie richtig anzapfen, dann k\u00f6nnen wir da ein gewisses Ma\u00df an Verbindung f\u00fcr uns rausziehen, aber es wird uns eigentlich schwer gemacht. Also wenn Sie sich anschauen wollen, den Film \u201eSocial Dilemma\u201c empfehle ich \u00fcbrigens jedem Menschen, der Handys benutzt, da sind Aussteiger aus der Branche, die ihre eigenen Kinder nicht eine Minute in die sozialen Medien.\nMH: Echt ja, interessant. Ich meine, obwohl ich jetzt so sagen muss, so auf WhatsApp oder so, wenn wir Familiengruppe oder auch mit Freunden austauschen, das das das das das finde ich jetzt schon ein Plus, ne, aber da gibt es-\nMF: Eben. Das meine ich ja eben. Wir sollten uns von allem immer das Beste raussuchen und so wir dies k\u00f6nnen, eben auch von den sonst asozialen Medien, damit sie wirklich soziale Medien f\u00fcr uns sind. Und dazu rate ich eben, wenn man daf\u00fcr mal die Zeit hat, sich entweder \u201eSocial Dilemma\u201c schon direkt anzuschauen oder auch kleinere Beitr\u00e4ge von Jonathan Haidt zu h\u00f6ren, der sich sehr stark macht daf\u00fcr, weil er auch ein Buch dazu geschrieben hat, das eben zumindest die amerikanische \u00d6ffentlichkeit oder die, die seine B\u00fccher lesen k\u00f6nnen, die Kinder von den sozialen Medien weghalten, dass sie dann sp\u00e4ter mal f\u00fcr Sie soziale Medien sein k\u00f6nnen.\nMH: Ja, und jetzt komme ich nat\u00fcrlich zu der allerwichtigsten Frage, wie, wie kommen wir da raus, wie, wie kommen wir wieder in unseren ganz eigenen Flow?\nMF: Sehr gut, sehr gut, sehr gut. Also, wenn ich das jetzt so ganz schnell alles sagen k\u00f6nnte, dann h\u00e4tte ich diese in dem Buch f\u00fcllen k\u00f6nnen. Ich sag Ihnen erst mal, wie ich im Buch grob vorgegangen bin. Also eigentlich schon wissenschaftlich, dass man erstmal Bestandsaufnahme macht, was ist die Katastrophe und wo kommt die Katastrophe her, um dann die anderen Seiten zur Verf\u00fcgung zu haben, rauszuf\u00fchren. So und deshalb hab ich am Anfang erstmal alles so beschrieben, dass die einzelne Person zum Schluss kommt, ich bin ein gesunder Mensch mit Einsamkeitssymptomen, die ich wegen dieser Gesellschaft, also meiner Umgebung, und eben diesen 7 Gr\u00fcnden, die ich eben nannte, also diese Einsamkeit. So und dann ist der Weg frei, dass ich die Leserin, den Leser an die Hand nehmen kann und sagen kann, so und jetzt gucken wir mal, wie wir hier rauskommen. Ja, aus der Misere und da habe ich dann eben verschiedene Sachen angef\u00fchrt und aufgemacht, damit wir uns selbst helfen k\u00f6nnen in unserem Alltag, das alles anders anzugehen. Ja, also ich sage einfach mal eine ganz einfache Ma\u00dfnahme vorweg geschickt. Ich habe an die Hand gegeben, dass wir die Stunde vorm Einschlafen beachten, womit wir uns da befassen, weil wir ja im Schlaf immer nur mit uns selbst sind, aber da kommen die eigenen Sachen, die aus dem Unterbewussten noch zu verarbeiten sind. Und wenn wir da nicht Horrorfilme und grausliche Sachen in den Nachrichten und runterziehende Musik h\u00f6ren, dann kann uns das verhelfen zu besserer Zeit im Schlaf und im Traum.\nMH: Mhm, das hei\u00dft, ich schaue mir besser Kom\u00f6dien an oder oder sch\u00f6ne Gef\u00fchle, stimulierende Filme, wie zum Beispiel, was ich gestern getan habe, die sind tats\u00e4chlich Liebe. Also besser etwas f\u00fcr sich zu tun, die Stunde vorher, was das Gem\u00fct auch beruhigt, ne und und und nicht noch extrem aktiviert.\nMF: Genau, genau, also meine einfache Rechnung ist immer, wir haben 100% Lebenszeit, damit mit 100% Tageszeit, also 24 Stunden, nehmen wir jetzt mal. Und wenn meine Schlafstunden schon mal angef\u00fcllt sind mit besserem Inhalt, dann hab ich unter Umst\u00e4nden 50% schon mal keine Einsamkeitsmoment.\nMH: Ja, wow, ja, echt schon 50% \nMF: Ja, also kommt drauf an, wie lange die Leute schlafen, aber es ist ja dann auch so, dass das wiederum Auswirkungen hat auf den n\u00e4chsten Tag und so weiter. Ja, wenn wir wollten, nur ein Beispiel, also ich hab noch ganz andere Beispiele, das ist jetzt nur ein kleines Kapitel, nein, nein, ein kleiner Abschnitt in dem Buch \u00fcber dieses mit dem Einschlafen. Ja, ich habe halt alles mir rausgepickt, was am besten funktionieren kann. Deshalb gebe ich am Schluss so 'n Service Teil, der dann auch richtig sagt, ja, wie man, wenn man das m\u00f6chte, eben mit anderen in Kontakt tritt und damit auch vielleicht eine Liebesbeziehung findet, ja, aber das war halt 1 der Probleme, auch dass wir gar nicht gesagt bekamen, dass jetzt der direkte Weg zum Anmelden bei irgendwelchen Tinder oder Partnerschaftsvermittlungen, dass der uns nicht am schnellsten uneinsam macht, ja. Ja genau und deshalb hab ich eben den Service Teil dann ganz an den Schluss genommen. Also das sind dann mehr so Fakten, Fakten, Fakten und Nummern und Adressen anlaufen.\nMH: O. K. Ja, das wollte ich gerade fragen. \nMF: So langsamer entwickelt. Verzeihung.\nMH: Nee, das wollte ich auch gerade fragen, wer oder was im Service Teil steht, ne?\nMF: Ja, genau, genau, genau. Und wenn man das jetzt einfach nur so aufschreiben k\u00f6nnte und dann wird es f\u00fcr alle funktionieren, dann w\u00e4r das Buch ja ganz kurz gewesen. Aber ich habe es eben so gemacht, dass es richtig dahin f\u00fchrt, dass man mit sich selbst anders umgehen kann und eben auch mit den Leuten um einen rum.\n\nMH: Mhm, ich bin nat\u00fcrlich jetzt trotzdem noch ein bisschen neugierig, wei\u00df aber auch, dass sie nat\u00fcrlich nicht allzu viel verraten sollen, weil ja schlie\u00dflich die die Leute auch das Buch kaufen sollen, ne. Aber aber eine Sache m\u00f6chte ich doch noch mal einmal rauspicken und zwar sagen und schreiben sie auch, dass der Parasympathikus 'ne ganz wichtige Funktion \u00fcbernimmt und dass es da wichtig ist, den auch entsprechend zu aktivieren. Und das m\u00f6chte ich doch noch einmal fragen, wie, wie, wie machen wir das?\nMF: Das wie sage ich gleich, ich m\u00f6chte erst noch mal sagen, es ist ja ganz logisch, wenn wir uns die Symptome angucken, Stress, Ersch\u00f6pfung, innere Leere, Gedanken an nicht steuerbares Leben, Schlafschwierigkeiten, wenn wir das System, was gegen Stress funktioniert, das ist der Parasympathikus, ich sag gleich was dazu, aber wenn wir den aktivieren, dann haben wir gleich 'ne Breitseite gegen alle diese Symptome, weil wer nicht gestresst ist, f\u00fchlt sich auch nicht ersch\u00f6pft und so weiter, ja. Also gut, aber das erstmal dazu, dann muss man sagen, weil manche Leute ja auch nicht genau wissen, was ist Parasympathikus, was ist Sympathikus, weil der Sympathikus klingt ja sympathischer, aber die Sache ist, dass eben der Sympathikus auch bei Tieren so daf\u00fcr gemacht ist, dass wir im Au\u00dfen und bei der Jagd uns funktionieren, wohingegen der Parasympathikus bei allem eingeschaltet wird, was uns eben ungestresst macht und nat\u00fcrlich auch, wenn wir uns uneinsam f\u00fchlen, ja dann also wenn wir uns aufgehoben f\u00fchlen in einer Gruppe, dann relaxen wir ja und alles das was unter Parasympathikus f\u00e4llt, ist eigentlich eher das Ergebnis schon was wir haben wollen, wenn wir uns uneinsam f\u00fchlen und deshalb ist ein sehr sehr schneller Weg zu uneinsamen Gef\u00fchlen hinzukommen, indem wir einfachste \u00dcbungen verwenden, die den Parasympathikus aktivieren und das ist zum Beispiel eine, die kann jeder Mensch au\u00dfer beim Autofahren jederzeit machen und zwar die H\u00e4nde auf die Aug\u00e4pfel legen und leicht dr\u00fccken. Das wirkt sofort, also ich mach es jetzt zum Beispiel mal parallel, das wirkt sofort, weil ja auch ganz viel \u00fcber das Sehen l\u00e4uft und dass wir unsere Augen immer hin und her bewegen.\nMH: Mhm, ich mach es jetzt auch mit.\nMF: Ja, und das ist so sch\u00f6n, dass so eine einfache \u00dcbung direkt funktioniert, \nMH: zum Runterfahren sozusagen. Ja, ja, ja, sch\u00f6n. Ja, genau und sie sagen aber auch so, dass erst mal dieses, wie wir es jetzt auch gerade ja schon in der \u00dcbung so, wie man es auch sp\u00fcrt, ne, dieses, dieses runterfahren und auch so dieses aus dieses Gef\u00fchl aus der \u00dcberforderung herauszukommen, dass wir uns da immer wieder auch mal ermahnen m\u00fcssen, puh, jetzt echt einfach langsamer, langsamer unterkommen.\nMF: Genau, also ich glaube so ein Buch wie die Wiederentdeckung der Langsamkeit, das hat deshalb auch so angeschlagen, weil die Leute irgendwie gemerkt haben, ach ja, puh, das w\u00e4re ja mal sch\u00f6n so. Genau, also ich wollte jetzt noch mal, weil die meisten Leute eben denken, um aus der Einsamkeit rauszukommen, gehe ich irgendwie in Zweisamkeit und Dreisamkeit oder sowas. Was ja auch stimmt, wenn die wirklich sch\u00f6n ist, dann ist es toll.\nMH: Ja, aber ich muss nat\u00fcrlich die richtige Verbindung, Verbindung f\u00fchlen, ne.\nMF: Genau und die Sache ist eben auch, wir haben ja 2 Individuen bei Zweisamkeit und wenn ich mehr dar\u00fcber wei\u00df, wie auch das andere Individuum, also mein Gegen\u00fcber, funktioniert und vielleicht auch in sich eingesperrt ist, ein St\u00fcck weit und ich es bei mir erfahren habe oder mit mir auch neu umgehen kann, mit mir neu in Verbindung sein kann, dann kann auch die Zweisamkeit anders funzen.\nMH: Mhm. Aber dazu muss ich den anderen sozusagen anstecken.\nMF: Ja. Ja, es ist nat\u00fcrlich schon so etwas, wo wo wir uns auch gegenseitig anstecken. Genau, also was mir halt so wichtig ist, ist dass die Leute nicht denken, ja, wenn ich jetzt einfach nur \u00e4h, irgendwen h\u00e4tte, der mit mir die ganze Zeit in der Bude sitzt, dann w\u00fcrde alles funktionieren. Nein, wir m\u00fcssen bestimmte Sachen erstmal \u00fcber uns selbst auch rausfinden oder neu machen oder zu uns selbst auch neu in Verbindung treten, damit wir dann in alle Richtungen ja auch mehr Verbindung sp\u00fcren k\u00f6nnen. Also ganz einfach ist es eben so, das erlebt man ja vielleicht auch an sich selbst, weil Stress zum Beispiel Zweisamkeit, Dreisamkeit, jede Form von Verbindung in alle Richtungen auch mit sich selbst eben unterminiert. Und wenn wir zum Beispiel im Urlaub waren und da mal so richtig Verbindung mit der Natur getankt haben, Verbindung mit Menschen, die noch wie in S\u00fcdamerika in manchen L\u00e4ndern einfach jede Frau mit Liebchen anreden. Ja, dann kommen wir einfach zur\u00fcck und strahlen was anderes aus und k\u00f6nnen auch ungestresster dann wirklich mit Menschen in Verbindung treten.\nMH: Ja, sch\u00f6n, dass Sie das noch mal aus aus aus so benannt haben, ne, dass es da jetzt einfach nicht nur darum geht, sich andere Menschen drumherum zu suchen, sondern dass ich erst mal diese innere Einkehr da auch geschafft haben muss, ne. Wo wir damit nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes gro\u00dfes Kapitel jetzt noch aufschlagen w\u00fcrden, aber ja, \nMF: ja genau, also deshalb leiten Sie mich auch ruhig, weil ich so eine bin, ich hab so viel Wissen mir jetzt da angeeignet, ja, dass ich hier so sprudeln k\u00f6nnte bei jedem Knopfdruck, aber was ich noch mal sagen wollte ist, dass es eben im Buch auch lustig ist, oft also so bedr\u00fcckende Thematiken kommen Abschnitte, dann baue ich immer auch mal Witze ein und dann habe ich so eine Anleitung, wie so f\u00fcr Computer, wie man Liebe downloadet.\nMH: Aha, OK, loslegen.\nMF: Ja, das hat den Leuten bei der Buchpremiere so super gut gefallen. Genau, also und dann habe ich auch noch eine andere Ebene eingebaut im Buch, also ab Seite 50 klingelt es an der T\u00fcre, also im Buch liest man dann, wie es bei der Leserin, beim Leser an der T\u00fcr klingelt und dann passieren ganz \u00fcberraschende Sachen und ja, da will ich nicht viel dr\u00fcber verraten, aber man macht auch Lottogewinn und so weiter.\nMH: Ja, aber mit diesem, ich sag mal, diesem stilistischen Element sozusagen, bringen sie das, machen sie das Ganze noch mal greifbarer oder?\nMF: Genau, also es ist einfach so, dass wir, wenn wir 'n St\u00fcck weit in der Einsamkeitsfalle sind wegen dieser Gesellschaft um uns rum, dann ist das ja was Deprimierendes, was uns zum Beispiel eher dazu bringt, zu Hause zu sein und nicht so in den Kontakt zu gehen. Ja, also lieber \u00fcbers Handy nur, als dass ich jetzt in eine gro\u00dfe Menschenmenge gehe, weil ich f\u00fchle mich ja schon einsam und dann werden wir so deprimiert und Depression hat eben eine gro\u00dfe Schnittmenge mit Einsamkeit und da ist es eben so, dass man, wenn besser zu motivieren ist, wenn es auch mal \u00dcberraschungen gibt und wenn auch mal nicht 300 Seiten von einem Buch vor einem liegen, die so schwarz auf wei\u00df irgendwas wiedergeben. Deshalb habe ich auch immer so kleinere H\u00e4ppchen geschrieben, die man auch vorm Einschlafen lesen kann und so weiter.\nMH: Ja, ah, O. K., ja, ich hab dann komme ich doch gerade noch mal darauf, zwischen den Witz, den Witz haben sie gerade noch nicht erz\u00e4hlt, ne, Ach so, ja, was war mit dem Witz, \nMF: ich hatte n\u00e4mlich einen Witz eigentlich von, sie sind super, also ich hatte, ich hatte, ich hatte f\u00fcr die, asozialen oder Social Media, hatte ich einen kleinen Witz, der hei\u00dft so, mit Facebook hat die Welt endlich teilen gelernt, vor lauter anstupsen habe ich schon blaue Flecken, Facebook ist wie Alkohol, man ist offener, redet Mist, wird s\u00fcchtig und einem gef\u00e4llt alles, egal wie bl\u00f6d es auch sein mag.\nMH: Mhm, ja, ertappt man sich dabei, ja, ist so, ja, \nMF: ja, und es ist ja nicht nur, dass man sich dabei ertappt, sondern die ganze Werbemaschinerie war darauf angelegt, uns letztlich einsam zu machen, weil wir dann besser in der Konsumgesellschaft funktioniert haben und in einem User System, was ja davon lebt, dass wir uns abh\u00e4ngig f\u00fchlen nach Kontakt und der wird dann \u00fcber diese Medien in unser Wohnzimmer geschwemmt und wir sind aber dann danach bed\u00fcrftig, weil wir immer einsamer sind im Au\u00dfen mit dem Kontakt mit wirklichen Menschen.\nMH: Ich wei\u00df gar nicht, ich habe auch k\u00fcrzlich auch ein Podcast f\u00fcr geh\u00f6rt von von jemandem, der in \u00d6sterreich mitten in den Bergen lebt und der sich irgendwie komplett autark gemacht hat und der auch noch so sagte, wir sind, wir sind Opfer des Systems, ja.\nMF: Genau und wenn wir jetzt aber wieder zu Kennedy kommen, dann haben wir ja von ihm die Antwort bekommen, dieses System ist menschengemacht. Also jetzt m\u00f6chte ich noch was \u00fcber die Psychologie ganz kurz sagen, und zwar ist die Psychologie dem Ansatz her also wenn ich es mal so ganz einfach sagen kann, in 3 Abschnitte aufzuteilen. Das eine ist, wenn man Pflaster auf psychologische Probleme legt, das passiert ganz viel, wenn man jetzt 'ne Psychotherapie von 25 Stunden verordnet bekommt, da kriegt man meistens 'n Pflaster, ja.\nMH: Mhm, \nMF: ja. Dann ist es so, dass es die Manipulationspsychologie gibt, also daf\u00fcr flie\u00dfen ganz viele Gelder an Unis, weil eben Werbepsychologie erforscht wird und das ist eine Psychologie, die uns manipuliert. So und dann gibt es eben die dritte Sparte und wenn wir apropos Psychologie reden, dann ist das ja die, die wir erf\u00fcllen wollen, das ist die heilende Psychologie, die in der Tiefe heilen kann. So und dazu muss man aber, wenn man Einsamkeit jetzt nicht einfach mit einem Besuch in der Kneipe und mit Alkohol l\u00f6sen m\u00f6chte, muss man eben wirklich in die Tiefe schauen, O. K., was ist die Problematik und wie kann ich sie aufl\u00f6sen, ja. Und ich habe dieses Zitat von Kennedy noch einmal rumgeschrieben jetzt an 2 Stellen, wo ich gesagt habe, wo er einfach nur von Frieden spricht und der Beendigung von Krieg, habe ich gesagt, dass Frieden jenseits der Einsamkeit stattfindet und dass wir eben jenseits dieses Krieges gehen wollen. Ja, und so habe ich das ganz klein wenig abgewandelt und w\u00fcrde Ihnen das noch mal hier vorlesen, ja?\nMH: Gerne.\nMF: Lasst uns unsere Einstellung zum Frieden jenseits der Einsamkeit selbst betrachten. Zu viele von uns halten ihn f\u00fcr unm\u00f6glich, zu viele halten ihn f\u00fcr unrealistisch. Doch das ist eine gef\u00e4hrliche def\u00e4tistische \u00dcberzeugung. Sie f\u00fchrt zu dem Schluss, dass Krieg und Stress jenseits der Einsamkeit unvermeidlich ist, dass die Menschen dem Untergang geweiht sind, dass wir von Kr\u00e4ften beherrscht werden, die wir nicht kontrollieren k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen diese Sichtweise nicht annehmen und dann noch mal das von vorhin, unsere Probleme sind menschengemacht, daher k\u00f6nnen sie auch von Menschen gel\u00f6st werden und sie k\u00f6nnen so gro\u00df sein, wie sie wollen, kein Problem des menschlichen Schicksals ist f\u00fcr den Menschen unl\u00f6sbar. Vernunft und Geist des Menschen haben oft das scheinbar Unl\u00f6sbare bew\u00e4ltigt und wir glauben, dass sie es wieder tun k\u00f6nnen.\nMH: Ja, Kennedys Wort in allen Ehren, ne, also es ist Wahnsinn, ist Wahnsinn, wie wie hoch aktuell und brisant er es auch zusammengefasst hat, also es ist unglaublich. Sie wissen nicht, zu welchem Anlass er das gesagt hat.\nMF: Doch, das k\u00f6nnte ich raussuchen, das war irgendeine Rede zum Frieden, man muss einfach nur eingeben, aber es ist toll. Frieden, Kennedy und unsere Probleme sind menschengemacht.\nMH: Ja, w\u00e4re das denn so, ist das auch ihre Botschaft, die sie so zum Schluss uns vielleicht noch mitgeben k\u00f6nnen, auch so zum Thema Einsamkeit, was, ja, was, was w\u00e4re ihre Botschaft?\nMF: Die Botschaft war ja eben schon drin, unsere Antwort ist, yes, we can, keine Opfer einer bl\u00f6den Einsamkeitsgesellschaft, sondern wir k\u00f6nnen da raus, wir k\u00f6nnen uns da raus bewegen und dieses yes, we can bedeutet yes, I can. Ja, und und im Buch f\u00fchre ich es dann noch mal l\u00e4nger aus, wir k\u00f6nnen mit uns selbst auf eine neue Weise umgehen und dann anders in Kontakt zu anderen Menschen treten. Und ja, ich sag mal eine Sache, die dann auch im Buch nachher vorkommt, die man jetzt auch schon machen kann und zwar sich mal die Musik raussuchen, wo man das Gef\u00fchl hat, das ist mein Leben jenseits der Einsamkeit, mein Lebensgef\u00fchl jenseits der Einsamkeit und dann mal ein Lied raussuchen, dass er f\u00fcr dieses Gefangensein in Stress, Ersch\u00f6pfung, Leere, Gef\u00fchlen von Einsamkeit und so weiter ja daf\u00fcr steht. Und dann dieses sch\u00f6ne Lied, wo man eigentlich als Lebensgef\u00fchl drin leben m\u00f6chte, sich \u00f6fter anh\u00f6ren und schauen, wie kann ich denn mein Leben so einrichten, dass ich das \u00f6fter h\u00f6ren kann.\nMH: Ja, ist also nicht nur Gedanken, sondern auch wirklich Musik so als Hoffnungstr\u00e4ger, ne, also Musik, weil weil sie nat\u00fcrlich sofort in unser in unser Gehirn geht, ne und und auch dann Parasympathikus anspricht und so.\nMF: Sehr gut, sehr gut, sehr gut. Genau, also das liegt daran, dass wir ja auf 3 Ebenen die Einsamkeit heilen sollen und zwar ist das nat\u00fcrlich, ich fang jetzt mal mit dem Herzen an, also Herz, K\u00f6rper und Kopf und wie wir das wissen, mit einem Tier aus dem Tierheim zum Beispiel geht es am schnellsten, wenn man den K\u00f6rper direkt in 'ne bessere Position bringt, ja. Deshalb kann man sich auch tats\u00e4chlich selber loben, selber auf die Schulter klopfen. Man kann sich auch selber, ja, wenn man schon vor diesen Bildschirmen sitzt oder so weiter, an irgendeiner ganz einfachen Stelle ein bisschen streicheln, ja, zum Beispiel, wenn man so funktioniert, ja, dann kann man einfach nur sich selbst ein bisschen die Hand geben oder sich selbst ein bisschen streicheln, ein bisschen mit dem Atem, mit dem verl\u00e4ngerten Ausatmen, sich aus diesem Stressmodus rausholen und so weiter. Also es gibt ganz einfache \u00dcbung und f\u00fcrs Herz eben auch und die Musik zum Beispiel funktioniert f\u00fcrs Herz direkt. Und dann kann man eben den Kopf anders informieren. Also es fiel mir mal auf, als ich den Feed von einer anderen Person gesehen habe, dass das ein ganz anderer Feed sein kann, ja und wenn man sich also nicht mehr vom Feed her f\u00fcttern l\u00e4sst mit Sachen, die einen letztlich was wei\u00df ich was in schmachtende Einsamkeitsgef\u00fchle bringen, weil es irgendwelche Liebeslieder sind, die nur von Sehnsucht singen, dann kann man eben sich anders f\u00fcttern, also diesen eigenen Feed ver\u00e4ndern.\nMH: Ja, ja, ja, toll, ja. Also ich nehme f\u00fcr mich jetzt auch auf jeden Fall die die Botschaft von Kennedy mit, dass er gesagt hat, Einsamkeit ist menschengemacht und da finden wir auch von selbst wieder heraus. Also wir m\u00fcssen das noch machen.\nMF: Ich bin froh, wenn sie das mitnehmen, aber ich habe es ja nur so umgedeutet. Einsamkeit, er hat ja nur, was hei\u00dft, er hat von Frieden und Krieg gesprochen. Damals, ich hab es ja nur so formuliert, weil es eben ein menschengemachtes Problem ist und weil das unser pers\u00f6nlicher Krieg ist, dieser Stress in unserem Leben und ich sag jetzt mal eine gro\u00dfe These, aber wenn die Politikerinnen und Politiker dieser Welt komplett uneinsam w\u00e4ren, ja, und wunderbar sich in ihrem Herzen f\u00fchlen w\u00fcrden, dann h\u00e4tten wir all diesen Krieg auf dieser Welt. Ja, und wir k\u00f6nnen ja immer nur bei uns anfangen und deshalb wollte ich seine Mut machende Rede auf unseren pers\u00f6nlichen Stress und Krieg und Unfrieden in unserem Leben m\u00fcnzen.\nMH: Ja, das ist ein tolles Pl\u00e4doyer. Mia Flora.\nMF: Ja, es ist so ein Herzensanliegen f\u00fcr mich, ich bin wirklich so ger\u00fchrt manchmal, wenn mir dann die Leute wirklich aus \u00d6sterreich, aus der Schweiz eben und auch aus Deutschland hier und nach der Buchpremiere sagen, dass es sie wirklich erreicht, dass es ihnen wirklich was anderes gibt als andere B\u00fccher. Da bin ich so froh, also da freue ich mich wie eine Schneek\u00f6nigin, weil es mir so ein Anliegen ist, ich fange das Buch ja auch so an, dass ich eben schon sehr fr\u00fch, weil meine Eltern so viel gearbeitet haben, aus der Einsamkeit selbst rausfinden musste. Und deshalb w\u00fcnsche ich mir so sehr, dass die anderen Menschen, die in diesem grauen Loch, was man dann ja eben zumindest momenteweise empfindet, rauskommen wollen und dass die da rauskommen k\u00f6nnen. Das ist mir unfassbar. Ja, ich bin so fr\u00fch aufgestanden, um dieses Buch zu schreiben. Ja.\nMH: Ja, und ich w\u00fcnsche mir auch, dass wir mit dieser Folge, mit diesem Podcast, dass wir auch die Zuh\u00f6rerschaft wirklich auch mit ihr, mit genau mit diesem Anliegen erreichen, das ist auch mein gro\u00dfer, gro\u00dfer Wunsch. Ja, Mia Flora, ich sage ganz, ganz lieben Dank f\u00fcrs Gespr\u00e4ch. Ey, wir sind ja doch ganz sch\u00f6n in die Tiefe gegangen, aber echt wunderbar, weil vieles erkl\u00e4rt sich ja, alles erkl\u00e4rt sich nur aus der Tiefe, ne. Also ganz, ganz lieben Dank f\u00fcrs Gespr\u00e4ch und alles Liebe nach Berlin.\nMF: Vielen Dank und dass wir viele Leute aus aus aus den schlechten Gef\u00fchlen rausholen k\u00f6nnen.\nMH: Ja, ne, genau. So, alles Liebe.\nMF: Alles Liebe f\u00fcr Sie.\nMH: Auf Wiederh\u00f6ren.\nMF: Tsch\u00fcss.\nMH: Ja, das Thema Einsamkeit, das ist wirklich ein gro\u00dfes Thema und wir h\u00e4tten sicherlich noch viel, viel l\u00e4nger dar\u00fcber reden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber gibt es ein, es gibt einfach so unendlich viele Fragen dazu und es hat mir auch irgendwie gezeigt, dass das alles mit allem verbunden ist, so f\u00fcr ein Leben in ja, Liebe und Frieden, so esoterisch das auch klingen mag, aber es ist ja auch so und ja, auf jeden Fall w\u00fcnsche ich mir, dass auch du etwas heute mitnehmen konntest von der Folge und vielleicht magst du ja auch in das Buch von Mia Flora mit dem Titel 'Jenseits der Einsamkeit f\u00fcr ein verbundenes Leben' hineinschauen und hineinlesen. Jedenfalls, ich bedanke mich bei dir f\u00fcrs Zuh\u00f6ren und freue mich nat\u00fcrlich immer \u00fcber Feedback auf blogweise.junfermann.de. Und bleibt mir nur noch zu sagen, gib sch\u00f6n auf dich 8. Deine Marion.": null}