{"\ufeffTranskript Apropos \u2026Loslassen mit Dr. Gerhard Helm\n\nMarion (M): Willkommen zu einer neuen Folge unseres Junfermann-Podcasts 'Apropos Psychologie: Loslassen'.Das ist heute unser Thema, ein schwieriges Thema, denn obwohl wir wissen, dass es uns damit besser gehen w\u00fcrde, etwas loszulassen, halten wir fest: an alten Rollenmustern, am Job, an der F\u00fcrsorge f\u00fcr jemanden vielleicht, an Pl\u00e4nen. Ja, und dar\u00fcber spreche ich heute mit Doktor Gerhard Helm. Er ist Psychologe und Doktor der Philosophie, Gr\u00fcnder und Leiter der M\u00fcnchner Akademie f\u00fcr Business Coaching. So, hallo Doktor Helm, sch\u00f6n, dass Sie heute mein Gast sind.\nDr. Helm (H): Hallo, sch\u00f6n, dass wir heute miteinander sprechen.\nM: Sch\u00f6n, dass wir heute \u00fcber das Thema Loslassen sprechen. Ich denke mal, f\u00fcr viele auch ein wichtiges Thema, denn sich von Dingen zu befreien, die eigentlich immer schon irgendwie an einem nagen. Ich denke, dieses Gef\u00fchl kennen bestimmt ganz, ganz viele von uns. Ich meine, Sie kennen sicherlich dieses Lied von von Silbermond. Es rei\u00dft sich einfacher mit leichtem Gep\u00e4ck und das denke ich, ist so eine gro\u00dfe Frage. Aber wie stellt man es an, ne? Meine erste Frage jetzt an Sie, das Thema Loslassen, wie hat Sie das ber\u00fchrt?\nH: Ich hab vor vielen Jahren mal eine eine Tierdokumentation gesehen und da wurden in Afrika kleine \u00c4ffchen gefangen, indem man ihnen eine Falle gestellt hat und in der die Falle war so geartet, dass da ein Loch drin war und die konnten mit der Hand reingreifen und drin lagen halt irgendwelche Kostbarkeiten und das \u00c4ffchen hatte reingegriffen in die Falle, hat sich die N\u00fcsse oder was das auch immer war, die Faust genommen und ist aus dem Loch nicht mehr rausgekommen. Also vor vor lauter Festhalten dieser Kostbarkeiten war es nicht mehr m\u00f6glich, die Falle zu verlassen und das \u00c4ffchen war auf die Art und Weise gefangen. Und das hat mich, das hat mich tief beeindruckt und ich hab mir dann \u00fcberlegt, ja wo genau, wie passiert uns denn das. Also wir schmunzeln so 'n bisschen, wenn wir das sehen, aber gleichzeitig ist es hochdramatisch, weil wir uns im Prinzip genauso verhalten.\nM: Also der Blick auf Ihre Vita zeigt ja im Grunde ein st\u00e4ndiges Loslassen, wenn ich das kurz so reflektieren darf. Hauptschule ohne Abschluss, weil Ihr Lehrer meinte, Sie w\u00fcrden eh die kriminelle Laufbahn einschlagen. Sp\u00e4ter machen Sie eine Lehre zum Elektromaschinenbauer, gehen zur Bundeswehr, holen Ihr Abitur nach und studieren dann Philosophie und Psychologie und nehmen eine Stelle als klinischer Psychologe an, um dann 2006 die Akademie zu gr\u00fcnden. Also ich wei\u00df nicht, aber bei Ihnen, so sieht es aus, kam schon irgendwie fr\u00fch die Erkenntnis, dass Sie, dass Sie loslassen k\u00f6nnen. Ihnen das Loslassen leichter. Haben Sie eine besondere F\u00e4higkeit?\nH: Ja, ich glaube, ich hab keine besondere Loslassf\u00e4higkeit, aber ich hab eine ausgepr\u00e4gte Neugierde. alter Neugierde, was Neues auszuprobieren, etwas Neues zu lernen, etwas Neues zu entdecken. Und das setzt nat\u00fcrlich immer voraus, auch sich von Dingen zu verabschieden, Dinge loszulassen. Also diese, diese Suche, diese, ja, ich glaub, das zeichnet mich aus. Ich glaub, ich bin ein Sucher, der neue Dinge erforscht.\nM: Warum ist denn Loslassen so wichtig?\nH: Na ja, das eine ist schon mal so, dieses, wenn wir loslassen, schaffen wir Raum f\u00fcr Neues. Das ist ganz wichtiger Punkt, gerade in der heutigen Zeit, wo es viel um Ver\u00e4nderung und Transformation und so weiter geht, n\u00fctzt es uns nichts, immer zu sehen, was wir tun wollen und was sch\u00f6n w\u00e4re und wo wir hinwollen und so. Es setzt immer voraus, dass wir auch was loslassen, uns von von was verabschieden. Also, Ver\u00e4nderung ist ohne Loslassen nicht m\u00f6glich. Ja, das ist kostet uns h\u00e4ufig zu viel Energie an alten Dingen, an alten Mustern loszulassen und die fehlt uns dann.\nM: Das w\u00e4re jetzt meine n\u00e4chste Frage gewesen, denn ich hab jetzt eigentlich gedacht, dass klettet oder an etwas festh\u00e4lt, es einfacher ist, sich in in altbew\u00e4hrten Strukturen zu bewegen.So, Aber Sie sagen, das ist es nicht, ne?\nH: Na ja, das ist altbew\u00e4hrte Strukturen, es ist schon richtig, das ist blo\u00df nat\u00fcrlich ein zweischneidiges Schwert. Altbew\u00e4hrte Strukturen geben einen Halt, die kennt man, da kennt man sich aus, da wei\u00df man, was passiert und gleichzeitig halten sie einen fest. Wir, wir halten an Strukturen fest, die vielleicht schon l\u00e4ngst \u00fcberkommen sind, die nicht mehr zu uns passen.\nM: Voraus, dass man auch einen Wunsch nach Ver\u00e4nderung hat, ne?\nH: Ja, interessanterweise findet man viele. Menschen. Also damals in der in der Klinik, aber auch heute im Coaching, viele Menschen wollen Ver\u00e4nderung, die haben einen Wunsch nach Ver\u00e4nderung, die wollen etwas erreichen, wollen irgendwas besser machen und so weiter. Und gleichzeitig gelingt es ihnen nicht loszulassen.\nM: Ich hab das irgendwo gelesen, dass Loslassen ja auch was mit dem Wort 'Loser' zu tun hat. obwohl wir ja mit dem Wort Loser nun mal tats\u00e4chlich eine negative Bedeutung verbinden, tats\u00e4chlich so eine, so eine semantische oder so eine philosophische Konnotation, Loser und loslassen?\nH: Ja, das ist ein interessanter Gedanke. Semantisch bin ich mir nicht so sicher. Also dieses Wort l\u00f6sen ist sicher etwas, was so sicher seinen indogermanischen Sprachwurzel irgendwo hat. Aber der Loser ist ja eigentlich jemand, der etwas verloren hat. Also eigentlich in einem Wettbewerb gibt es Gewinner und Loser. Aber seit einigen Jahren ist der Begriff Loser aufgeladen worden. der ist bezeichnet jemanden, der etwas nicht schafft, der etwas nicht kann, der sich auch nicht anstrengt. Der ja, ist es eher der Versager. Und das deutsche Wort 'loslassen' hei\u00dft ja h\u00e4ufig 'sich l\u00f6sen von etwas, sich etwas weggeben'. Hat es hat mehr ne positive Konnotation als das englische 'Loser'.\nM: Aber Sie haben das, ja, oder ich, ich, ich wei\u00df nicht, ob ich da jetzt richtig liege, ob ich das richtig verstanden habe, nich auch ein wenig erfahren, ne, als Ihr, Ihr Hauptschullehrer gesagt hat, also lieber Gerhard, das, das wird jetzt nichts mit dir. Da wurden Sie ja auch so ein bisschen als Loser abgestempelt, ne. Ja, und also, wenn ich mir jetzt so diese Kategorisierung mal erlauben darf, ab ab wann ist man denn \u00fcberhaupt ein Loser? Gibt es da irgendwie so, so ein, so ein, kann man das tats\u00e4chlich kategorisieren?\nH: Also, ich glaub, eine objektive Kategorisierung gibt es da nicht, weil Loser wird ja, wird ja auch einfach als Schimpfwort gebraucht, ohne Bezug zu irgendwas, ist jemand Loser. Und gleichzeitig denke ich, ja, ich wurde als Loser gesehen und Ich glaub, damals war ich 'n St\u00fcck weit durchaus Loser, weil ich mich 'n St\u00fcck aufgegeben hatte. Und was ich dann irgendwann mal gemerkt hab, ist nee, ich kann ja auch tats\u00e4chlich mich entscheiden, etwas anderes zu machen. Ich kann mich entscheiden, in der Schule mitzuarbeiten. Ich kann mich entscheiden, B\u00fccher zu lesen und so weiter. Und da kommt so dieser Begriff, neuer Begriff der Verantwortung rein. Also ich glaub, jemand, der f\u00fcr sich und sein Leben Verantwortung \u00fcbernimmt, der ist kein Loser, auch wenn manchmal etwas nicht gelingt, auch wenn manchmal etwas scheitert. glaub, also ich w\u00fcrd als Loser mal unabh\u00e4ngig von der abwertenden Bedeutung sagen, ja, 'n Loser ist jemand, der keine Verantwortung f\u00fcr sich \u00fcbernimmt.\nM: Was w\u00fcrden Sie denn sagen, was was gewinnt man denn, wenn man losl\u00e4sst? Weil letztendlich treibt einen ja einfach diese Angst davor um, wenn man bew\u00e4hrte Strukturen verl\u00e4sst und ins Ungewisse geht, was einen da erwartet.\nH: Ja, was einen erwartet, ist manchmal ganz einfach. ganz an der Oberfl\u00e4che mehr Zeit. Also, wenn ich Projekte aufgebe, wenn ich mich entscheide, bestimmte Dinge nicht zu tun, dann gewinne ich Zeit, die ich dann wieder f\u00fcr andere Sachen einsetzen kann. Auf einer etwas tieferen Ebene gewinne ich Energie, ich kann mich mit Neuem besch\u00e4ftigen und so weiter. Der Preis und es ist immer, das ist immer diese Ambivalenz zwischen Festhalten. Z\u00e4hne zusammenbei\u00dfen, durch Versuchen, durchzustehen und loslassen ist ja das bei dem Preis meistens halt von Ungewissheit. Ich wei\u00df nicht, was passiert. Also, wenn ich weitermache, wenn ich in einer Beziehung weiterbleib, wenn ich in einem Job weiterbleib, der mir eigentlich nicht zusagt, dann dann wei\u00df ich ungef\u00e4hr, was kommt. Dann wei\u00df ich, wie es weitergeht, auch wenn es nicht sch\u00f6n ist. Aber ich wei\u00df es dagegen, etwas aufzugeben, bedeutet immer Unsicherheit. Ich wei\u00df nicht, was passiert und diese Unsicherheit ist etwas, was vielen Menschen ganz massiv Angst macht.\nM: Genau und und und genau das ist ja, warum das ist ja auch der Grund, warum das Aufgeben so schwerf\u00e4llt, ne. Aber sie leben ja das, was sie sind, auch im Coaching. Bei Ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern geht es auch um immer die Schwierigkeit. und mutige Frage des Lebens: Wann lohnt es sich weiterzuk\u00e4mpfen und wann ist es Zeit aufzugeben? Ja, was, was, was wollen denn die meisten ihrer Klienten loslassen? Plaudern Sie mal.\nH: Also zuerst mal, das ist nat\u00fcrlich eine sehr schwierige Frage. Also, wann lohnt es sich weiterzuk\u00e4mpfen? Was Zeit aufzugeben? Weil es keine Antwort drauf gibt. Es ist eine der Fragen, die einfach nicht entschieden werden kann. wir kennen die Zukunft nicht, wir haben keine Kristallkugel, insofern k\u00f6nnen wir nicht sagen, was besser oder was schlechter ist. Ne, und das ist immer, das ist immer diese Balance, \u00fcber aus der wir nicht rauskommen. Also dieses, es ist so dieses klassische Dilemma in der Entscheidungstheorie, jumping to soon, awaiting too long, aus dem kommen wir nicht. \nM: Und da muss man sich dann einfach sagen, no risk, no fun oder man muss einfach mutig sein, ne. \nH: Ja, es gibt dort dieses Lied von Janis Joplin, ich glaub es ist original nicht von ihr, aber da kommt so diese Zeile drin vor: 'Freedom isn't just another word from Beth Toulouse'. Also Freiheit auf der einen Seite und auf der anderen Seite festhalten. Das Loslassen gibt uns Freiheit, ja, aber gleichzeitig ist es nat\u00fcrlich Unsicherheit. Und im Coaching, ja, was kommen die Leute, was wollen sie loslassen, sehr h\u00e4ufig die Entscheidung \u00fcber Job. Soll ich diesen Job weitermachen, soll ich mich noch mal engagieren, ist es das Richtige, soll ich 'ne 'n Angebot annehmen, das sind solche Dinge, die h\u00e4ufig so Entscheidungsfragen sind. Daneben aber nat\u00fcrlich auch Kontrolle. Also, ich arbeite sehr viel mit F\u00fchrungskr\u00e4ften oder Unternehmern und diese Idee, ich kann meine Zukunft oder kann das Gesch\u00e4ftsergebnis kontrollieren, diese Idee, alles kontrollieren zu wollen, ist ganz schwer h\u00e4ufig loszulassen. Und das, das, das ist h\u00e4ufig verbunden nat\u00fcrlich auch mit dem Perfektionismus. Ich muss es hier richtig machen, durchaus mit einer mit der gesellschaftlichen Verantwortung. Ich \u00fcbernehm die Verantwortung f\u00fcr etwas, ich \u00fcbernehm die Verantwortung f\u00fcr meine Leute, f\u00fcr die Firma und so weiter. Also muss ich auch an etwas festhalten. \nM: Mhm, das ist nat\u00fcrlich auch schon ein ein ganz ganz anderer weitreichender Aspekt, wenn Sie sagen, es geht um eine Firma, da geht es auch um um Mitarbeitende, da habe ich Verantwortung, auf jeden Fall. Sie sagen aber auch, wenn man jetzt so zum Beispiel in privaten Situationen etwas loslassen m\u00f6chte, dann ist es immer auch mit einem mutigen Akt zur Selbstf\u00fcrsorge und Klarheit verbunden. Ja, und dass es eben halt nicht ein ein Scheitern ist, wie man es vielleicht f\u00fcr sich selbst erst interpretieren w\u00fcrde. Ja, machen, machen, machen Sie mal Mut, ne, dass das, dass das richtig ist, was man da tut.\nH: Ja, es gibt so interessante Studien, die zeigen, dass Menschen, die loslassen, die den Mut finden, loszulassen, in der Regel nach einer gewissen Zeit gl\u00fccklicher sind. Und ich kenne das aus eigener Erfahrung oder aus aus dem Coaching, ich mir begegnen h\u00e4ufig Menschen, die sich irgendwann mal entschieden haben, 'ne Beziehung aufzugeben. Und das kann, das kann 'ne private Beziehung sein, das kann auch 'n Job gewesen sein. Und die meisten sagen, Mensch, diese Entscheidung h\u00e4tte ich 3 Jahre fr\u00fcher treffen sollen. Ich, ich wusste l\u00e4ngst, dass es nicht funktioniert, aber ich hab die Entscheidung nicht getroffen. Also, es gibt so eine, so eine Daumenregel, wenn man sich nicht entscheiden kann, soll man loslassen, soll man aufh\u00f6ren oder nicht, dann ist es meistens schon h\u00f6chste Zeit loszulassen.\nM: Ah, OK., ja, denn sie, sie haben es auch gerade schon gesagt, es ist oftmals schon ein ein Bauchgef\u00fchl, dass man schon \u00fcber lange, lange Zeit in sich tr\u00e4gt, ne.\nH: Ja, ja, jeder, ich glaub, jeder kennt dieses Mal, ist in Beziehungen und so weiter und so fort und man wei\u00df, man wei\u00df eigentlich schon l\u00e4ngst, dass es nicht funktioniert, man wei\u00df, dass es nicht und aus lauter Sorge vor der Ungewissheit oder auch, was sagen die anderen, aufgeben ist immer negativ konnotiert, dann ist man eben h\u00e4lt nicht durch. und so weiter und so fort. Und man gibt nicht sein Ganzes und so weiter. Das ist dann alles, f\u00fchrt dann dazu, dass man an was festh\u00e4lt, von dem man eigentlich ganz genau wei\u00df, dass es schon durch ist.\nM: Ja, ich mein, den den einen f\u00e4llt das total leicht, so weil sie der Zukunft so furchtloser gegen\u00fcberstehen und auch neugieriger sind. Aber die anderen sind total flei\u00dfig. Sie lernen, lernen, lernen, vielleicht auch viel zu viel. Was nachher in einer Pr\u00fcfung oder auch selbst im Beruf vielleicht gar nicht gefragt ist, hat es. auch damit etwas zu tun, dass wir den Blick ver\u00e4ndern sollten. \nH: Den Blick in welche Richtung? \nM: Den Blick auf die Neugierde.\nH: Ja, unsere ganze Kultur betont ja ganz massiv Wissen. Wissen und Sicherheit und Struktur und so weiter. Und Wissen ist der Feind der Neugierde. Ich kann nicht neugierig sein, wenn ich schon was wei\u00df, Also wir, wir \u00fcberbetonen die Sicherheit, das Festhalten, die Dauerhaftigkeit und erzeugen damit, das ist ein Gedanke aus dem Buddhismus, erzeugen damit aber auch Leiden, indem wir an Dinge festhalten, an denen wir eben nicht festhalten k\u00f6nnen, denen wir, denen wir im Prinzip auch ein St\u00fcck weit ausgeliefert sind. Wir kennen halt die Zukunft nicht, wir k\u00f6nnen auch die Zukunft nicht kontrollieren. wir k\u00f6nnen auch Mitarbeiter nicht kontrollieren, wir k\u00f6nnen unsere Kinder nicht oder Erfolge unserer Kinder nicht kontrollieren, das ist 'ne Illusion so anzunehmen, wir k\u00f6nnten das tun und ja, den Blick in auch gesellschaftlich zu \u00e4ndern, unser ganzes Erziehungssystem, Schulsystem, legt ja Wert darauf, bestimmte Sachen zu lernen, zu wissen, zu memorieren und so weiter und Unterrichtet im Prinzip nicht Neugierde, diese Haltung des Nichtwissens. Ich wei\u00df es nicht, wow, toll, jetzt bin ich neugierig. \nM: Da m\u00f6chte ich gerade auch noch einmal einhaken und zwar, ne, weil wir ja so in dieses System eingebunden sind und m\u00fcssten wir da eigentlich nicht mal viel mehr dahin kommen zu erkennen, dass es mehr gibt als ein System, das uns so einbindet, aber unser eigentliches Potenzial gar nicht sieht und und gar nicht richtig aussch\u00f6pft.\nH: Ja, ja, unser ganzes, unser ganzes Schulsystem stammt im Prinzip noch aus industrieller Zeit, wo wir normiert werden sollten, halt bestimmte Zeit stillsitzen, Pausen machen, im Gleichklang mit anderen arbeiten. Aber Potenziale suchen und Potenziale aussch\u00f6pfen ist nicht so in unserer Denkweise drin. Ich hab da an der an der Stelle hab ich immer 'ne Geschichte im Kopf, die mir meine fr\u00fchere Freundin erz\u00e4hlt hat. Sie hat gesagt, in ihrer in ihrer Klasse war jemand, der ist, der war nicht gut, der ist dann irgendwann auch mal rausgeflogen aus der aus der Schule, also aus dem Gymnasium. Der konnte aber wahnsinnig gut Papier falten, der konnte Papier falten und der hat geniale Figuren gebastelt und so weiter. Und sie hat sich dann immer gefragt, was was der aus dem wohl geworden ist. Und so jemand mit so 'ner F\u00e4higkeit, die man wei\u00df, f\u00fcr was gut ist und man wei\u00df, was andere f\u00fcr F\u00e4higkeiten haben, blo\u00df in der Schule interessiert das niemand.\nM: Mhm. Wissen Sie denn, was aus ihm geworden ist?\nH: Nee, nee, das ist 'ne Geschichte, die mir im Kopf geblieben ist.'ne Geschichte. Und trotzdem frag ich mich auch so, wie viel dieser Potenziale sind denn da und werden vollkommen ignoriert, weil wir uns normieren.\nM: Das ist doch total schade, eigentlich. man, man, Man k\u00f6nnte so viel mehr auch an Kreativit\u00e4t herausholen und und auch auch Ver\u00e4nderungsprozesse viel besser einleiten oder ja, das w\u00e4re alles sehr, sehr viel sch\u00f6pferischer. Aber ja, es es geht in dieser Taktung, ne.\nH: Ich, ich glaube aber, dass wir gezwungen sind, gezwungen werden, flexibler zu werden. Also die Welt, die ist, die wird zunehmend komplexer, zunehmend chaotischer, sodas dass wir mit 'ner zu zu zu starken Festhalten an Regeln, an Normen, an richtig oder falsch auf Dauer nicht weiterkommen. die diese, das ist auch so 'ne, ich glaub so 'n Ausdruck dieses Ganzen, wir suchen nach nach Antworten und diese Antworten m\u00fcssen richtig oder falsch sein, mit der richtigen Antwort oder ist 'ne falsche Antwort. Aber in h\u00e4ufig in komplexen Umgebungen gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern wir m\u00fcssen Dinge ausprobieren, wir m\u00fcssen neugierig sein und das hei\u00dft aber, wir m\u00fcssen, um auszuprobieren, m\u00fcssen wir eben scheitern. Wir m\u00fcssen sagen, OK., dieses Projekt, nee, mach ich nicht weiter, da bin ich gescheitert, in Anf\u00fchrungszeichen.\nM: Sie sagen ja auch und das find ich auch total tr\u00f6stlich, dass eine F\u00fchrungskraft nicht alles wissen muss.\nH: Ja, um Gottes willen, nee, ja. Und F\u00fchrungskr\u00e4fte, die immer so tun, als w\u00fcssten sie alles und k\u00f6nnten sie alles, machen sich ja eigentlich eher l\u00e4cherlich.\nM: Aber so das eigentliche Ziel ist dann sozusagen, die F\u00fchrungskraft dahin zu bekommen, dem Team so zu helfen, dass es Probleme eigenst\u00e4ndig l\u00f6sen kann, ne? Oder wie sieht so ihr ihre Zielsetzungen aus beim Coaching?\nH: Ja, im Prinzip \u00e4hnlich wie im Coaching, als Coach sage ich, gebe ich ja keine L\u00f6sungen vor, ich gebe keine Tipps und so weiter, sondern ich helfe jemanden dabei, die eigene Antwort auf 'ne herausfordernde Situation zu finden, im Gespr\u00e4ch durch Fragen, durch Reflektion und so weiter. Und 'ne F\u00fchrungskraft hat im Grunde 'ne \u00e4hnliche Aufgabe, F\u00fchrungskraft soll die Mitarbeiter erfolgreich machen und nicht einfach L\u00f6sungen vorgeben. Das mag in manchen Industrien nach wie vor funktionieren, wo es ganz klar ist, dass sich Menschen an bestimmte Prozesse exakt halten m\u00fcssen, aber diese Jobs fallen sowieso weg, das machen Maschinen. Da brauchen wir keine Menschen mehr daf\u00fcr. Und \u00fcberall wo wir Menschen. auch nach wie vor brauchen, ist wo Kreativit\u00e4t stattfinden muss, wo neues Denken stattfinden muss, wo n Dialog stattfinden muss, also ein Miteinander ringen um eine gute L\u00f6sung. Und diese gute L\u00f6sung kann 2 Tage sp\u00e4ter nicht mehr die gute L\u00f6sung sein.\nM: Und wenn wir das mal auf unser Thema Loslassen beziehen, hei\u00dft das dann auch zu lernen, loszulassen von dem Anspruch, perfekt sein zu wollen? Also, Sie sprachen vorhin auch den Perfektionismus an, \nH: ja, unbedingt. Also, wir, wir sind nicht perfekt, wir wissen Dinge nicht, wir sind nicht immer gut, auch nicht immer moralisch gut. Wir sind vollkommen imperfekte Wesen und dieses Und wenn man das akzeptiert, wenn man das hei\u00dft ja nicht, dass man es gut findet. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich, wenn ich was lernen will, m\u00f6chte ich m\u00f6glichst viel lernen. Wenn ich 'ne Sportart lerne, m\u00f6chte ich m\u00f6glichst gut sein oder 'n Musikinstrument. Und gleichzeitig aber akzeptieren, ich werde nie perfekt sein, ich werde nie perfekt Klavier spielen, ich werde nie perfekt Golf oder Tennis spielen. Gegenteil, der Perfektionismus, der blockiert Kreativit\u00e4t.\nM: Wenn wir vor einer Entscheidungsfindung stehen, welche Fragen sollte man sich so im, ja, in der, in der Selbstreflexion stellen, die uns die Entscheidung vielleicht erleichtern k\u00f6nnen?\nH: Also, ich denk, man sollte sich deutlich machen, dass es bei vielen Dingen keine richtige oder falsche Entscheidung gibt. Jede Entscheidung \u00f6ffnet bestimmte T\u00fcren, verschlie\u00dft bestimmte T\u00fcren. Also, wir sitzen oft wie so das Kaninchen vor der Schlange und suchen die richtige Entscheidung. Und das ist aber auch h\u00e4ufig nicht m\u00f6glich, sondern ich muss eine Wahl treffen, ich muss zwischen 2 unklaren Alternativen 'ne Wahl treffen, mit der Information, die ich jetzt hab. Und eine Frage, die immer hilfreich ist und die man sich stellen sollte, was ist auch der Preis f\u00fcr die Nicht-Ver\u00e4nderung, welchen Preis zahl ich, wenn ich an was festhalte, also nicht nur, was k\u00f6nnte ich vielleicht bekommen oder so, sondern ich bezahl immer 'n Preis und wir wissen, dass wir sozusagen. psychologisch, physiologisch eingebaut, eine Tendenz haben, an Dingen festzuhalten. Und das bezeichnen wir so als, ja, Sunk and Cost Fallacy, also diese, diese, diese Unf\u00e4higkeit, das, was wir schon mal rein investiert haben, auch abzuschreiben, sozusagen. Und das f\u00fchrt dazu, wenn wir in eine Beziehung investiert haben, dann hei\u00dft es ja, ich kann doch jetzt nicht aufgeben oder in einen Job, ich kann doch jetzt nicht aufgeben, ich hab doch schon so viel rein investiert. Und das, das ist ein, das ist ein gedanklicher Fehler. Also die Frage, die man sich immer stellen sollte, ist, wenn ich jetzt in 5 Jahren immer noch hier sitze, ist das O.K., will ich das? Wenn das so weitergeht, also wenn ich diesen, diese, diese Linie weiter fort schreibe, ob jetzt beruflich mit der Beziehung oder so was, werde ich dann dort in 5 Jahren, in 3 Jahren, werde ich dann zufrieden sein, werde ich gl\u00fccklich sein, habe ich einen erf\u00fcllten Job und wenn die Antwort ist, nee, dann ist es immer sicherer zu entscheiden, was zu ver\u00e4ndern.\nM: Wie kann man sich denn best\u00e4rken in der Entscheidung, gibt es da irgendwelche Tools, irgendwelche Werkzeuge, die einem dabei bei der Umsetzung helfen k\u00f6nnen.\nH: Also eine, was ich meinen Klienten sehr h\u00e4ufig empfehle, wenn sie so vor so einer Entscheidungssituation stehen und sich nicht richtig entscheiden k\u00f6nnen, nicht wissen, was sie, was sie wollen. Ich empfehle Ihnen, einen Brief zu schreiben und zwar ein Brief in dem oder einfach ja, an jemanden und sich selber 'n Brief zu schreiben, in dem sie begr\u00fcnden, warum sie sich so entschieden haben. Und zwar ein Brief, in dem sie sich f\u00fcr etwas entschieden haben, wo drin steht, warum haben sie sich daf\u00fcr entschieden, den Job weiterzumachen. Oder 'n anderen Brief, der genau die gegenteilige Entscheidung begr\u00fcndet. Also 2 Briefe, in einem schreib ich, warum ich mich f\u00fcr A. entschieden hab und im anderen begr\u00fcnde ich, warum ich mich f\u00fcr B. entschieden hab. Durch dieses Niederschreiben der der Begr\u00fcndungen, die wir, die wir dann im Kopf haben, ergibt sich meistens deutliche Klarheit. Also ich wei\u00df besser, was ich will. Wir. Entweder mit jemandem sprechen, der neutral ist, wichtig, jemand, der keine Karten im Spiel hat, oder eben die verschiedenen Alternativen wirklich niederschreiben, eine Begr\u00fcndung hinschreiben.\nM: Und jetzt machen Sie uns mal so richtig, richtig Lust darauf, etwas Neues anzusteuern. Was kommt nach dem Aufgeben?\nH: f\u00e4llt mir schwer, was Neues, was Neues.\nM: Und das ist auch sch\u00f6n, ne.\nH: Ja, und ich frag mich manchmal, Menschen machen Abenteuerreisen. in In unserer Jugend haben wir Abenteuer erlebt. Wann haben wir denn aufgeh\u00f6rt, Abenteuer bauen zu wollen, wer w\u00fcrde denn eine Abenteuerreise buchen, bei der alle 10 Minuten genau durchgescriptet sind, also ja, das Leben ist 'n Abenteuer und wir, wir sperren uns in alten Strukturen, Regeln, Konventionen ein und verpassendes Abenteuer, verpassendes Leben.\nM: Ich verstehe Sie total, ich bin da wirklich ganz bei Ihnen. Ja, Sie verkn\u00fcpfen ja im Coaching auch Ihre Lieblingsf\u00e4cher Philosophie und Psychologie, ne? Dieses philosophische Denken in der modernen Arbeitswelt, so das ist Ihr Thema. Wurde da Ihrer Meinung nach was verschlafen? dass man tats\u00e4chlich die Philosophie in die Arbeitswelt gar nicht mit ein reingetragen hat?\nH: Ich glaub, philosophische Themen begegnen uns in der Arbeitswelt st\u00e4ndig. was, Was 'n bisschen schade ist, ist dass die Philosophie im Prinzip sich als akademische Philosophie zur\u00fcckgezogen hat. Da gibt es 'n paar Leute, die philosophieren vor sich hin zu alten klassischen Themen. Aber so dieses offene, freie Nachdenken, das Zweifeln, dieses sich die Fragen stellen, Fragen stellen, die eben teilweise nicht beantwortbar sind, das unterbleibt. Also Philosophie ist, glaube ich, oder kann viel lebendiger sein und viel alltagsbezogener als das, was wir gemeinhin so unter. philosophisch schwerer Literatur, die man liest, um dann mit irgendwelchen Zitaten zu gl\u00e4nzen, was es ist nicht Philosophie, sondern Philosophie hei\u00dft im Prinzip nachdenken \u00fcber was und nachdenken hei\u00dft aber auch freies Denken, Zweifeln, unsicher sein, keine L\u00f6sung haben.\nM: Ja, k\u00f6nnen Sie vielleicht so ein, 2 philosophische Gedanken einmal nennen, die tats\u00e4chlich, wo Sie sagen, die geh\u00f6ren absolut mit in die Arbeitswelt?\nH: Also ein Gedanke f\u00e4llt mir gerade ein, ja, wir haben, wir stehen sehr h\u00e4ufig von vor ethischen Entscheidungen und wir sollten uns \u00fcberlegen, welche welche Idee von Ethik wir denn verfolgen oder verfolgen wollen. wollen wir eine Nutzenethik verfolgen, also so, was ist der gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Nutzen oder wollen wir uns an Prinzipien halten. Und diese Unterscheidung wird in der Ethik sehr stark getroffen und ich sag nicht, dass eine von beiden richtig ist, aber wir sollten uns klar werden, dass unsere Entscheidungen im Prinzip bestimmten Denkmustern folgen. Und wenn wir das auf Entscheidungen der Arbeitswelt anwenden, dann finden wir mehr Klarheit. Mehr Klarheit hei\u00dft nat\u00fcrlich nicht, dass ich jetzt ein Muster kriege, nachdem ich einfach folgen kann. Also wie so eine, wie so ein Strickmuster. Aber dieses, diese, diese philosophische Frage spielt eine gro\u00dfe Rolle. Die andere, ja, die gro\u00dfe philosophische Frage, so dieses. was kann ich wissen oder die Frage, wer bin wir, was ist der Mensch. Nat\u00fcrlich denken wir jetzt nicht in in der Arbeitswelt dr\u00fcber nach, was ist der Mensch, aber wenn man sozusagen die kleine Schwester dazu nimmt, n\u00e4mlich wer bin denn ich, wer bin ich und wer m\u00f6chte ich denn gern sein. Das ist 'ne Frage, die Menschen immer wieder umtreibt, gleichzeitig aber h\u00e4ufig keinen Raum bekommt. Dieser dieser diesen Denkraum sich zu schaffen, um \u00fcber Themen nachzudenken. zu denken, sich den Raum zu geben, sich die Freiheit zu nehmen, nicht nur produktiv zu sein, sondern zur\u00fcckzutreten und \u00fcber Fragen nachzudenken, \u00fcber Fragen, die uns bewegen, die uns besch\u00e4ftigen und so weiter. Dazu haben wir sehr h\u00e4ufig einfach gar keine Zeit.\nM: Ja, daf\u00fcr sind wir sehr viel zu sehr in diesem mit dem Tun verhaftet, weil wir st\u00e4ndig in irgendeiner Form produzieren.\nH: Ich hatte letzte Woche hatte ich 'n Seminar zum Thema Teamcoaching und da ist tats\u00e4chlich so dieses, dieser Punkt, Teams arbeiten st\u00e4ndig miteinander und dann geht es 'n bisschen schief und so weiter. Aber was, was Teams ganz, wo sie ganz schwer tun, ist dieses sich rausnehmen, um einfach mal dr\u00fcber nachzudenken, wie arbeiten wir denn zusammen, ist denn das richtig, laufen wir unterschiedlichen Zielen hinterher, wie sind denn unsere Kommunikationsprozesse. f\u00fcr solche Fragen haben Teams oder auch Einzelpersonen in der Regel keine Zeit, weil sie m\u00fcssen ja arbeiten, sie m\u00fcssen produktiv sein und das und das ist eigentlich das, wo ja, wenn ich mal ganz frech bin, auf die auf die Begr\u00fcndung unserer westlichen Philosophie zur\u00fcckgeht, wo sich Menschen eben getroffen haben in Akademien \u00fcbrigens und gesagt haben, lasst uns doch mal \u00fcber bestimmte Fragen nachdenken. Nat\u00fcrlich, bestimmte Fragen sind \u00fcberliefert worden, die gro\u00dfen Fragen, die jemand aufgeschrieben hat, aber so Fragen, ja, wie wollte, wie wollen wir denn miteinander leben? Ist es richtig, sich so zu verhalten und so zu verhalten? Das wurde h\u00e4ufig einfach nicht niedergeschrieben, ist aber trotzdem Philosophie.\nM: Ja, Ja, die gro\u00dfen Philosophen der Antike, ne?\nH: Ja, genau. Und der auch, das zieht sich weiter durch. Ich mein, gerade hei\u00dft ja immer so, die ganze Philosophie ist eine Fu\u00dfnote zu Platon. Da kriegt man sehr viele, sehr viele Ideen, Anregungen da drin. Und klar, diese diese Texte sind teilweise schwer lesbar, weil uns fehlt der zeitliche Bezug dazu. Das ist h\u00e4ufig in einer altert\u00fcmlichen Sprache geschrieben. und so weiter. Aber gleichzeitig sind alle diese Fragen nach wie vor aktuell, jetzt halt in Zeiten der k\u00fcnstlichen Intelligenz. Was ist denn Denken, was ist Bewusstsein, ab wann m\u00fcssen wir uns \u00fcberlegen, wie wir mit Computern umgehen wollen. \nM: Ja, und da w\u00fcnschen Sie sich einfach auch, dass dass dass wir wirklich auch den den Blick weiten, ne, dass wir uns dass wir, wie Sie sagten, einmal ein einen Schritt zur\u00fccktreten und das Ganze einmal von oben betrachten. \nH: Genau, genau dieses, im Deutschen sagt man h\u00e4ufig Feldherrnh\u00fcgel, die auf Feldherrnh\u00fcgel gehen, das ist ein bisschen martialisch, aber so in einen Denkraum gehen und sich die Zeit nehmen und \u00fcber Fragen nachzudenken. dieser, diese, dieses Zur\u00fccktreten, nach gemeinsam Nachdenken, nicht diskutieren, nicht versuchen, Recht zu haben, sondern eher in einen Dialog zu gehen. Das ist praktische Philosophie.\nM: Ja, was, Doktor Helm, ist denn so abschlie\u00dfend in Bezug auf unser Thema Loslassen, Ihre Botschaft an uns? Was k\u00f6nnen Sie uns mitgeben?\nH: Ja, ich glaub, wenn ich so eine Botschaft geben k\u00f6nnte, dann w\u00e4r es loslassen, nicht als nicht als Versagen sehen, sondern als eher als Chance. Und mit, wenn Sie mitnehmen, dass dieses Loslassen eigentlich viel zu kurz kommt. Also im Zweifelsfall, im Zweifelsfall lieber loslassen, im Zweifelsfall lieber aufgeben. das w\u00e4re, glaube ich, so ein der Punkt, den man sich mal mitnehmen sollte und vielleicht mal sich die Frage stellt, O. K., was in meinem Leben ist denn schon l\u00e4ngst \u00fcberholt, m\u00fcsste ich denn eigentlich aufgeben, m\u00fcsste ich loslassen und ich bin deswegen kein Loser.\nM: Ja, genau. Ja, Sie sagen ja auch schon, das das Leben ist ein Abenteuer. W\u00e4re doch schade, wenn es immer nur in der gleichen Bahn verl\u00e4uft.\nH: Genau, wenn man immer die zur gleichen Zeit zum Fr\u00fchst\u00fcck, zum Abendessen und so weiter im Hotel oder so machen wollen, w\u00fcrde man sagen, dass es ein Abenteuerurlaub ist.\nM: Ja, das sagen zumindest wir beide, ne?\nH: Ja, genau.\nM: Aber danke, Doktor Helm, dass Sie uns so ein wenig auf die Spur gebracht haben, ne? Auch mutig zu sein, sich sich sich selbst auch zu vertrauen und so einen positiven Blick zu entwickeln. Haben Sie ganz, ganz vielen Dank f\u00fcr unser Gespr\u00e4ch.\nH: Ja, ich danke Ihnen f\u00fcr die interessanten Fragen. \nM: Alles Gute Ihnen.\nH: Danke.\nM: Tsch\u00fcss, \nH: tsch\u00fcss.\nM: Ja, das Leben ist ein Abenteuer. Halte nicht fest an dem, was dich davon abh\u00e4lt, es zu erleben. Und loslassen hei\u00dft nicht, dass man scheitert. Das hab ich unter anderem heute mitgenommen im Gespr\u00e4ch mit Doktor Gerhard Helm und Ich hoffe, auch du konntest etwas f\u00fcr dich mitnehmen. Jedenfalls sage ich danke. Danke bei dir f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Gib mir gerne Feedback auf blockweise.junfermann.de. Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, gib sch\u00f6n auf dich acht. Deine Marion.": null}