WEBVTT 00:00:00.000 --> 00:00:02.000 00:00:00:00 - 00:00:13:09 Sprecherin Bei MINTspiriert – der zdi-Podcast nehmen wir euch mit in die MINT-Community und holen uns von unseren Gäst:innen Inspirationen zu MINT-Themen. 00:00:02.000 --> 00:00:04.000 00:00:13:11 - 00:00:43:16 Gwendolyn Paul Willkommen bei MINTspiriert – der zdi-Podcast! Ich bin Gwendolyn Paul von der zdi-Landesgeschäftsstelle, und heute spreche ich mit Cathrin Becker. Sie ist Lebensmitteltechnologin und Leiterin des Qualitätswesens bei Berief Food. Einige von euch kennen sie vielleicht schon aus unserem zdi-Heldinnen-Oktober. Falls nicht, verlinken wir ihr Heldinnen-Porträt in den Shownotes. Herzlich willkommen bei MINTspiriert, Cathrin! 00:00:04.000 --> 00:00:06.000 00:00:43:18 - 00:00:46:09 Cathrin Becker Hallo und herzlichen Dank für die Einladung! 00:00:06.000 --> 00:00:08.000 00:00:46:12 - 00:01:04:08 Gwendolyn Paul Sehr gerne! Im Heldinnen-Oktober konnten wir ja schon einiges über deinen Weg in den MINT-Beruf erfahren. Heute wollen wir aber über das zdi-Jahresthema sprechen: "Die Zukunft isst mit: Ein Blick auf die Ernährung von morgen. Und wir wollen von dir natürlich erfahren, wie du als Lebensmitteltechnologin diese Zukunft mitgestaltest. Aber zum Start bekommst du natürlich unsere typische Einstiegsfrage. 00:00:08.000 --> 00:00:10.000 00:01:04:10 - 00:01:06:10 Sprecherin MINTspiration: Was wäre, wenn? 00:00:10.000 --> 00:00:12.000 00:01:06:13 - 00:01:27:23 Gwendolyn Paul Und bei dir lautet die Frage: Was wäre, wenn MINT für unseren Speiseplan zuständig wäre? Wie würde dieser Speiseplan dann aussehen? 00:00:12.000 --> 00:00:14.000 00:01:27:25 - 00:01:56:25 Cathrin Becker Ja, wenn MINT – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – den Speiseplan regeln würde, dann wäre das Essen wahrscheinlich sehr futuristisch und ziemlich clever. Man könnte sich das so vorstellen: Mathematik berechnet genau die Kalorienzahl, sodass jede:r exakt das bekommt, was er oder sie braucht – für Konzentration, Energie oder Lebensfreude. Die Informatik würde mit KI zahlreiche Vorschläge für den optimalen Tagesplan machen, die Naturwissenschaften kombinieren die leckersten Nährstoffe und Vitamine, und die Technik steuert dann die passenden Küchengeräte. 00:00:14.000 --> 00:00:16.000 00:01:56:27 - 00:02:21:19 Cathrin Becker Vielleicht gibt es sogar 3D-Drucker, die Burger aus der Laborzucht drucken, mit buntem Datenblatt-Dressing zum Salat serviert. Das wäre schon eine ziemlich ausgeklügelte, aber spannende Ernährung. 00:00:16.000 --> 00:00:18.000 00:02:21:21 - 00:02:26:19 Gwendolyn Paul Klingt auf jeden Fall nach einer sehr ausgeklügelten Ernährung! 00:00:18.000 --> 00:00:20.000 00:02:26:21 - 00:02:31:00 Cathrin Becker Ja, auf jeden Fall. Aber hoffentlich trotzdem noch mit Spaß – das Essen soll ja auch schmecken. 00:00:20.000 --> 00:00:22.000 00:02:31:02 - 00:03:02:10 Gwendolyn Paul Das stimmt! Dann lass uns auf deinen Beruf schauen. Vielleicht kannst du erst mal sagen: Was macht man als Lebensmitteltechnologin eigentlich genau? 00:00:22.000 --> 00:00:24.000 00:03:02:12 - 00:03:37:07 Cathrin Becker Ich habe an der Universität Bonn studiert, und das Studium ist sehr naturwissenschaftlich geprägt. Man startet mit Chemie, Physik, Biologie, Mathe, Mikrobiologie – und später kommen technische Fächer wie Verfahrenstechnik dazu. Im Grunde lernt man alles von der Produktion bis zum Teller, also den kompletten Weg eines Lebensmittels. In meinem Bereich, dem Qualitätswesen, geht es darum, sichere Lebensmittel herzustellen, aber auch innovativ zu bleiben und neue Trends aufzugreifen. 00:00:24.000 --> 00:00:26.000 00:03:37:14 - 00:03:56:25 Cathrin Becker Wir müssen mit der Zeit gehen, neue Verordnungen umsetzen und darauf achten, dass alle gesetzlichen und internen Anforderungen eingehalten werden. Es ist ein sehr vielseitiger Beruf. 00:00:26.000 --> 00:00:28.000 00:03:56:28 - 00:04:02:11 Gwendolyn Paul Wie sieht so ein typischer Arbeitstag bei dir aus? 00:00:28.000 --> 00:00:30.000 00:04:02:13 - 00:04:26:16 Cathrin Becker Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Dafür ist die Arbeit zu abwechslungsreich. Morgens schaue ich als Erstes meine E-Mails – wir arbeiten im Drei-Schicht-System, da kann auch nachts etwas passiert sein. Es gibt Fragen aus der Produktion, manchmal Probleme bei der Abfüllung oder technische Störungen. Dann entscheide ich mit meinem Team, was zu tun ist, ob ein Produkt verkauft werden kann oder ob Analysen notwendig sind. 00:00:30.000 --> 00:00:32.000 00:04:26:18 - 00:04:59:13 Cathrin Becker Wir prüfen ständig, ob alle Anforderungen erfüllt werden. Es gibt immer wieder neue gesetzliche Vorgaben – aktuell zum Beispiel die Diskussion, ob vegane Produkte noch Namen wie "Schnitzel" oder "Wurst" tragen dürfen. Solche Themen müssen wir umsetzen. Das macht die Arbeit sehr spannend. 00:00:32.000 --> 00:00:34.000 00:04:59:18 - 00:05:25:02 Gwendolyn Paul Das klingt wirklich abwechslungsreich. Kannst du ein Beispiel geben, was für ein Problem in der Abfüllung auftreten könnte? 00:00:34.000 --> 00:00:36.000 00:05:25:04 - 00:06:12:09 Cathrin Becker Zum Beispiel müssen bestimmte Temperaturen eingehalten werden. Wenn die nicht stimmen, darf das Produkt nicht verkauft werden. Oder eine Maschine ist ausgefallen – dann muss man bewerten, ob die Standzeit Auswirkungen auf das Produkt hatte. Wenn ja, wird die Charge gesperrt. Wenn es aber nur eine kleine Störung bei der Verpackung war, kann das Produkt meist trotzdem in den Handel. Es geht also viel um Risikobewertung und Lebensmittelsicherheit. 00:00:36.000 --> 00:00:38.000 00:06:12:12 - 00:06:31:29 Gwendolyn Paul Hat sich der Beruf in den letzten Jahren stark verändert – etwa durch Nachhaltigkeitstrends oder neue Ernährungsgewohnheiten? 00:00:38.000 --> 00:00:40.000 00:06:32:02 - 00:07:15:05 Cathrin Becker Ja, definitiv. Die Ernährung steht heute viel mehr im Fokus. Es gibt immer neue Produkte und Trends, vor allem das Thema alternative Proteine wird wichtiger. Die Weltbevölkerung wächst, und klassische Viehzucht allein wird uns nicht mehr ernähren können. Pflanzliche Proteine spielen deshalb eine große Rolle – aber auch Themen wie Insekten als Nahrungsquelle oder Laborfleisch werden diskutiert. Bei uns in Europa ist Letzteres zwar noch nicht zugelassen, aber langfristig sicher relevant. 00:00:40.000 --> 00:00:42.000 00:07:15:08 - 00:08:06:02 Cathrin Becker Ich denke, wir müssen uns insgesamt abwechslungsreicher ernähren – pflanzlich und tierisch kombiniert. Es geht darum, neue Wege zu finden, um die Ernährung von morgen sicherzustellen. 00:00:42.000 --> 00:00:44.000 00:08:06:04 - 00:08:13:24 Sprecherin MINTspiration: MINT-Orte 00:00:44.000 --> 00:00:46.000 00:08:14:00 - 00:08:39:10 Gwendolyn Paul Wir würden gern mit dir von deinem Arbeitsplatz zu deinem Lieblings-MINT-Ort springen. Was ist dein Lieblings-MINT-Ort? Kann, muss aber nicht mit deinem Beruf zu tun haben. 00:00:46.000 --> 00:00:48.000 00:08:39:13 - 00:09:09:08 Cathrin Becker Tatsächlich ist das Deutsche Museum in München mein Lieblings-MINT-Ort. Ich habe dort eine Zeit lang gelebt und fand es faszinierend, dass man dort alles sehen, anfassen und ausprobieren kann. Aber auch in NRW gibt es tolle Orte, zum Beispiel das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn – das größte Computermuseum der Welt. Gerade jetzt mit KI und Robotik ist das ein sehr spannender Ort. 00:00:48.000 --> 00:00:50.000 00:09:09:10 - 00:09:36:24 Gwendolyn Paul In diesem Jahr beschäftigen wir uns ja im zdi-Netzwerk mit dem Thema "Ernährung der Zukunft". Du hast einen spannenden Wechsel hinter dir – von der Fleischindustrie zu einem Unternehmen, das pflanzliche Lebensmittel produziert. Wie kam es dazu? 00:00:50.000 --> 00:00:52.000 00:09:36:26 - 00:10:23:08 Cathrin Becker Das war eigentlich gar keine bewusste Entscheidung gegen Fleisch, sondern hat sich ergeben. Ich bin sehr glücklich darüber, weil ich die Produkte unglaublich spannend finde. Wir stellen pflanzliche Drinks, Tofu und Joghurtalternativen her. Das sind zukunftsorientierte Produkte. Berief Food legt großen Wert auf Nachhaltigkeit: Wir beziehen Rohstoffe so regional wie möglich – meist aus Deutschland oder Europa – und achten auf Bio-, Naturland- oder Bioland-Zertifizierung. Das war für mich ein wichtiger Grund, mich bewusst für diesen Bereich zu entscheiden. 00:00:52.000 --> 00:00:54.000 00:10:23:10 - 00:10:55:15 Gwendolyn Paul Gibt es Unterschiede in der Qualitätssicherung zwischen klassischen und pflanzlichen Lebensmitteln? 00:00:54.000 --> 00:00:56.000 00:10:55:18 - 00:11:46:28 Cathrin Becker Eigentlich nicht grundlegend. Die Prozesse sind etwas anders, aber das Ziel bleibt gleich: sichere Lebensmittel herstellen. Themen wie Mikrobiologie, Fremdkörper oder Hygiene sind überall entscheidend. Es gibt andere Herausforderungen, aber die Prinzipien sind die gleichen. 00:00:56.000 --> 00:00:58.000 00:11:47:01 - 00:12:36:07 Cathrin Becker Ein Trendthema ist aktuell auch "Clean Label" – also Produkte mit wenigen, natürlichen Zutaten. Für uns im Qualitätswesen ist das sehr angenehm, weil weniger Zusatzstoffe heißt, dass man einfacher prüfen und nachvollziehen kann. Wir setzen ohnehin kaum Zusatzstoffe ein, weil wir als Biobetrieb ohnehin strengen Vorgaben unterliegen. Ich glaube, dass sich auch Fleischersatzprodukte zunehmend in diese Richtung entwickeln werden. 00:00:58.000 --> 00:01:00.000 00:12:36:09 - 00:12:55:15 Gwendolyn Paul Man merkt ja, dass das Bewusstsein für gesunde Ernährung steigt – bei vielen spielt das heute eine große Rolle. 00:01:00.000 --> 00:01:02.000 00:12:55:18 - 00:13:15:09 Cathrin Becker Absolut. Das Bewusstsein ist gewachsen, und die Menschen achten mehr auf Zutaten, Herkunft und Verarbeitung. Das ist eine positive Entwicklung. 00:01:02.000 --> 00:01:04.000 00:13:15:12 - 00:13:17:00 Sprecherin MINTspiration für die Zukunft 00:01:04.000 --> 00:01:06.000 00:13:17:03 - 00:13:44:00 Gwendolyn Paul Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft – diesmal nicht nur auf die Ernährung, sondern auf die Zukunft von zdi.NRW. Wir feiern ja in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. Welche Wünsche hast du für zdi.NRW? 00:01:06.000 --> 00:01:08.000 00:13:44:02 - 00:15:23:00 Cathrin Becker Ich finde, was ihr macht, ist wirklich toll. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und dass ihr noch viele junge Menschen für MINT begeistert. Meine eigenen Kinder haben früher beim zdi-Mitmachtag in Gütersloh mitgemacht und waren jedes Mal total begeistert, weil sie etwas selbst ausprobieren konnten. Ich hoffe, dass ihr auch in Zukunft viele junge Menschen mitnehmt und ihnen zeigt, wie spannend MINT ist – und dass man damit so viele tolle Berufe ergreifen kann. 00:01:08.000 --> 00:01:10.000 00:15:23:02 - 00:15:47:00 Gwendolyn Paul Vielen Dank, Cathrin, für das Gespräch und die spannenden Einblicke! 00:01:10.000 --> 00:01:12.000 00:15:47:03 - 00:15:49:00 Cathrin Becker Sehr gerne, hat mir viel Spaß gemacht! 00:01:12.000 --> 00:01:14.000 00:15:49:02 - 00:15:55:00 Gwendolyn Paul Und danke auch an alle Zuhörer:innen – wir hören uns beim nächsten Podcast! 00:01:14.000 --> 00:01:16.000 00:15:55:02 - 00:16:37:00 Sprecherin Das war MINTspiriert – der Podcast von zdi.NRW mit Gäst:innen aus der MINT-Community. Fühlt ihr euch inspiriert? Dann freuen wir uns über ein Abo und eine Bewertung. 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