{"\ufeff\nMH: Ja, hallo und herzlich willkommen. Ich gr\u00fc\u00df dich ganz herzlich zu einer Folge unseres Podcasts 'Apropos Psychologie'. Ja, sch\u00f6n, dass du dabei bist und heute zum Thema Medienkompetenz, insbesondere bei Teenagern. das ist so, denke ich, ein wirklich gro\u00dfes Thema und wir alle sind ja Opfer dieses Mediums, das es uns erm\u00f6glicht, weltweit mit Menschen in Kontakt zu treten, mit Worten, Fotos und Filmen. Information auf allen Kan\u00e4len, das birgt aber auch die gro\u00dfe Gefahr der \u00dcberforderung und auch leider der Desinformation, eben weil auch mit der hinzugekommenen K.I. immer mehr Fakes Fakes unterwegs sind. Wie k\u00f6nnen wir uns in Medienkompetenz schulen, gerade auch mit unseren Teenagern? Dazu habe ich heute Katarina Gruhler zu Gast. Sie ist Lehrerin, Elterncoachin und Expertin f\u00fcr pubertierende Kinder, Teenager, Kommunikation und Medienkompetenz. Ich freue mich sehr auf unser Gespr\u00e4ch. Hallo, liebe Frau Gruhler.\nKG: Hallo, ich freue mich auch ganz arg, heute hier sein zu d\u00fcrfen. Ja, und bin super gespannt, wie unser Gespr\u00e4ch verlaufen wird und freue mich eben ganz viel erz\u00e4hlen zu d\u00fcrfen zum Thema Medienkompetenz, was ich eben ja aus der Schule tagt\u00e4glich erlebe und sehe und ja, einfach davon berichten zu d\u00fcrfen.\nMH: Und dass sie, sie, sie berichten ja sozusagen wirklich als als jemand, der mittendrin ist, ne? Sie sind als Lehrerin und Mutter von 2 Kindern im Thema. Jetzt meine erste Frage, was, was beobachten Sie, wie schlimm steht es tats\u00e4chlich um unsere Jugend? Also ne, was, was kommt Ihnen da entgegen?\nKG: Ja, also ich pers\u00f6nlich, ich w\u00fcrd sagen, dass wir Erwachsene die digitale Welt tats\u00e4chlich \u00f6fters eher als \u00fcberfordernd empfinden. Also ich glaub, das sind wirklich wir Erwachsene, weil ja. diese Art der Welt eben nicht unsere eigene Sozialisation war. F\u00fcr Jugendliche hingegen und das ist das, was ich eben auch beobachte im Schulalltag, f\u00fcr sie ist es Alltag. Also f\u00fcr sie ist es komplett selbstverst\u00e4ndlich, dass sie eben mit diesen Medien aufwachsen. Und im Klassenzimmer selber w\u00fcrde ich sagen, sehe ich weder dass Medien ein Fluch sind noch ein Segen, sondern sie sind tats\u00e4chlich einfach Ganz banal gesagt, ihr Lebensraum. Also, sie sind einfach Lebensraum f\u00fcr die Jugendlichen und f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist eher die Gefahr nicht wirklich, also die Gefahr sehe ich nicht wirklich in den Medien selber, sondern ich sehe die Gefahr vielmehr darin, dass wir eben Jugendliche ohne Begleitung, ohne Reflexion und ohne Grenzen in diese Medienwelt hinausschicken. Und das m\u00fcssen wir einfach \u00e4ndern.\nMH: Ja, finde ich schon mal total interessant, dass Sie sagen, da ist die Wahrnehmung von uns Erwachsenen komplett anders als das, was wie wie Kinder und und und Teenager das erleben. Jetzt noch mal kurz zu den Empfehlungen, die es da ja mal gibt, wie viele Stunden pro Tag d\u00fcrfen sein?\nMH: Ja. dass die Frage, die stellen mir tats\u00e4chlich Eltern sehr, sehr oft. \nMH: Ist aber Quatsch. \nKG: Ja, ich finde es tats\u00e4chlich sehr interessant, dass diese Frage \u00fcberhaupt kommt, denn nicht ich pers\u00f6nlich finde, es gibt einfach keine Zauberzahl. Also es gibt wirklich keine Zahl per se, die die ich jetzt empfehlen w\u00fcrde. Ich finde, viel wichtiger ist der der Aspekt, wie wird diese Zeit von meinem Jugendlichen genutzt. Also wenn jetzt 'n Jugendlicher eine Stunde total sinnlos durch irgendwelche Instagram-Feeds wischt, dann wird da nat\u00fcrlich ja, er belastet sich ja selber im Endeffekt, ja. Sein sein Gehirn, sein diesen Vergleichsmodus und so weiter, das da, da kann nichts Gutes, sage ich mal, dabei rauskommen. Aber wenn jetzt nat\u00fcrlich 'n Jugendlicher 3 Stunden. an seinen an seinem Handy klebt oder am Computer oder wie auch immer und beispielsweise Video schneidet oder 'n eigenes kleines Projekt umsetzt, 'n Fotoprojekt oder was auch immer, also sich kreativ mit Medien auseinandersetzt, dann ist es nat\u00fcrlich 'ne ganz andere Qualit\u00e4t. Das hei\u00dft, ich denke, es ist immer wichtig, den Eltern mitzugeben, dass sie nicht auf die reine Zeit schauen sollen, sondern wirklich vielmehr ja auf die Qualit\u00e4t. Und vor allem aber auch auf den Ausgleich zu den Medien und auch so die innere Verfassung vom Kind ist einfach auch entscheidend.\nMH: Aber lassen uns die Kinder auch wirklich reinschauen? Da, da hab ich dann manchmal so, dass ich so denke, aha, ja, sie, sie, sie, sie swiped und macht da irgendwas, aber will mir vielleicht nicht unbedingt sagen, was sie da gerade macht, wie, wie k\u00f6nnen wir den Zugang zu unseren Kindern dann bekommen?\nKG: Ja, ich glaube, da ist das ganz gro\u00dfe Thema die richtige Kommunikation. Die richtige Kommunikation spielt prinzipiell in der Pubert\u00e4t 'ne ganz entscheidende Rolle. Das hei\u00dft, wenn ich jetzt Interesse zeige an an dem, was mein Kind macht, bekomme ich einen ganz anderen Zugang, wie wenn ich einfach wirklich schon mit den Worten auch auftauche und sage: 'Oh, du h\u00e4ngst schon wieder am Handy', anstatt beispielsweise zu fragen: 'Hey, ich sehe, dass du irgendwie ganz oft immer dir diesen Instagrammer oder diesen Influencer anschaust, was findest du denn so toll an dem oder was macht der denn?' Also wirklich durch bewusste Sprache, ja R\u00e4ume zu schaffen, Ich glaube, dadurch kann man tats\u00e4chlich den Zugang zu Jugendlichen gewinnen. Also, Kommunikation ist prinzipiell in der Pubert\u00e4t das A und O.\nMH: Was, was beobachten Sie denn auch da, von wegen qualitativ das Netz nutzen, welche Gewichtung haben chatten, Reels gucken oder Spiele spielen bei den Teenagern?\nKG: Das find ich tats\u00e4chlich 'ne ganz, ganz spannende Frage, weil ich tats\u00e4chlich das auch 'ne Zeitlang versucht hab bei meinen Sch\u00fclern zu beobachten, was sie wie warum nutzen. Und meine Erkenntnis, ob die jetzt richtig ist, wei\u00df ich nicht, aber meine Erkenntnis war einfach, das Chatten ist heute quasi das, was fr\u00fcher unser ja Telefon mit Kabel war. Also dieses 'Kommst du raus?' findet eben heute digital statt, dieses Gef\u00fchl nach Zugeh\u00f6rigkeit, nach Anschluss finden, Freundschaften pflegen. Ja, also das findet eben in diesen Chatrooms meiner Meinung nach statt. Dann diese Reels, mit denen Kinder ganz oft oder Jugendliche sich ganz oft besch\u00e4ftigen, auch TikToks sind eher so dieser dieser Unterhaltungsfaktor. Also da geht es zwar auch um dieses soziale Bindeglied mit den Freunden, denn die schicken sich ja auch so die neuesten Clips zu. Und lachen ja da auch gemeinsam dr\u00fcber. Also es ist schon auch so Teil ihrer Sprache. Aber es ist eher so f\u00fcr mich dieser Unterhaltungsfaktor. Und Gaming beispielsweise, da habe ich tats\u00e4chlich f\u00fcr mich eine ganz neue Erkenntnis gefunden. das ist, habe ich das Gef\u00fchl, f\u00fcr ganz viele Jugendliche tats\u00e4chlich viel mehr als spielen. Also das ist wirklich so ein sozialer Raum, wo eben ja, wo es einfach um Teamwork geht, geht ganz oft um Strategien, die man sich gemeinsam \u00fcberlegen muss, aber auch eben ja, wo Freundschaften entstehen k\u00f6nnen. Und das habe ich tats\u00e4chlich ganz oft auch von vor allem von meinen Jungs im Unterricht geh\u00f6rt, dass sie genau das dort quasi auch suchen in diesen Gaming, bei diesen Gamingspielen. Und ja, wenn man jetzt so die Gewichtung anschauen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich sagen, dass chatten und dieses Gaming eben so ja entscheidend sind f\u00fcr dieses soziale Wohlbefinden und ja, Reels und diese TikToks eigentlich quasi eher so zur Unterhaltung dienen und vielleicht auch so zur kurzfristigen Ablenkung. Und Eltern w\u00fcrde ich quasi tats\u00e4chlich in dem Bereich immer raten, auch hier nicht komplett nur auf die Zeit zu schauen, sondern vor allem auf die Funktion. Also warum, ja oder warum ist mein Kind jetzt gerade dort? Was sucht mein Kind dort? Sucht es Ablenkung oder Anerkennung? Oder braucht es ein Erfolgserlebnis oder das Gef\u00fchl von Zugeh\u00f6rigkeit? Ich denke, das ist ganz hilfreich auch f\u00fcr Eltern, sich dar\u00fcber Gedanken zu machen. Also, welche Funktion sucht mein Kind in den unterschiedlichen, ja, digitalen Medien?\nMH: Mhm. Worin sehen Sie denn tats\u00e4chlich die, die, ich sag mal, akute Gefahr bei den Jugendlichen? Weil sie ja jetzt schon auch so ein bisschen auch den Nutzen beschrieben haben. den zum Beispiel auch Spieler haben k\u00f6nnen, eben halt in Kontakt zu treten, sich auszutauschen \u00fcber WhatsApp und so. Aber ja, worin sehen Sie tats\u00e4chlich die Gefahr?\nKG: Ja, also ich sehe tats\u00e4chlich mehrere Gefahren. Also es ist nicht nur nur eine Gefahr, aber so f\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist eine der gr\u00f6\u00dften Gefahren, ja, die liegt einfach darin, dass Jugendliche in so einem Sog quasi stecken bleiben. Also ja. st\u00e4ndig getrieben nach diesem Bed\u00fcrfnis nach Best\u00e4tigung. Also ich, ich sehe ganz oft Sch\u00fcler, Sch\u00fclerinnen in Pausen, die tats\u00e4chlich so irgendwie gef\u00fchlt auch schon reflexartig das Handy z\u00fccken, obwohl sie eigentlich gerade mit Freunden zusammensitzen. Und das, das finde ich einfach so erschreckend, weil es einfach ganz deutlich zeigt, dass diese digitale Welt manchmal Die realen Begegnungen \u00fcberlagert und darin sehe ich einfach so eine gro\u00dfe Gefahr. Eine zweite gro\u00dfe Gefahr ist einfach die, vor allem bei M\u00e4dchen ganz oft stark. stark ausgepr\u00e4gt ist, so ist zumindest meine Erfahrung aus dem Unterricht, ist die Vergleichskultur. Also gerade eben reels, Instagram, Social Media prinzipiell, die erzeugen ja tats\u00e4chlich eigentlich immer den Eindruck, dass alle anderen sch\u00f6ner sind, erfolgreicher, gl\u00fccklicher und das nagt nat\u00fcrlich extrem am Selbstbewusstsein und am Selbstwert. Das finde ich 'ne ganz gro\u00dfe Gefahr. Und diese Vergleichskultur und die dritte Gefahr, das ist so ein bisschen eine banale Gefahr, w\u00fcrde ich fast schon sagen, die die irgendwie niemand so manchmal auf dem Schirm hat. Das ist einfach wirklich diese M\u00fcdigkeit. Also, ich habe wirklich \u00f6fters Sch\u00fcler vor mir sitzen, die komplett durchh\u00e4ngen und g\u00e4hnend da sitzen und mir dann gestehen, dass sie noch bis 02:00 Uhr nachts online waren. Und da sehe ich einfach diese ganz gro\u00dfe Gefahr. wenn wir Schlafmangel haben, dann sind wir ja, also das, das verst\u00e4rkt nat\u00fcrlich alles. Also Kinder, auch wir Erwachsene, wir sind gereizter, wir, wir bringen schlechtere Leistungen, ja, wir st\u00fcrzen uns mehr in Selbstzweifel. Und ich denke, M\u00fcdigkeit ist auch wirklich so 'ne Gefahr, die oft untersch\u00e4tzt wird oder vielleicht auch gar nicht wirklich wahrgenommen wird.\nMH: Mhm. Das finde ich total interessant und auch auch f\u00fcr mich jetzt gerade sehr erleuchtend, wie Sie gesagt haben, oder sagen wir mal so, ich kann tats\u00e4chlich dieses Ph\u00e4nomen noch gar nicht so richtig nachvollziehen, wenn Sie sagen, die die Sch\u00fclerinnen sind in der Pause und eigentlich hat man sich nebeneinander und trotzdem wird halt pflegt man Kontakte \u00fcber das Handy. dass so diese Wahrnehmung f\u00fcr den f\u00fcr den Menschen, der vor einem steht, dann irgendwie so gar nicht mehr da ist. Ist das, ist das wirklich so?\nKG: Ja, das ist tats\u00e4chlich leider zu oft so. Also bei uns in der Schule war prinzipiell immer ein Handyverbot, beziehungsweise wir hatten es relativ offen im Kollegium. Also es durfte jeder Kollege damals selber entscheiden. Da ja, f\u00fcr mich pers\u00f6nlich war es einfach so, das Handy kam einfach Anfang der Stunde weg. Wir hatten so einen Handyparkplatz und in der Mittagspause durften sie es dann bei mir tats\u00e4chlich haben, also auch nicht in der gro\u00dfen Pause, auch nicht in den kleinen Pausen. Aber in der Mittagspause habe ich gedacht, das ist f\u00fcr mich in Ordnung. Ja, ist ja auch eine Pause f\u00fcr sie letztendlich. Und da habe ich das ganz oft tats\u00e4chlich erlebt, dass die Kinder dann erst mal checken mussten, wer hat mir geschrieben, habe ich ein neues Like oder was auch immer. Und sa\u00dfen da quasi neben ihren Brotdosen, wenn sie \u00fcberhaupt was gegessen haben, weil sie so versteift waren eben auf was, was ist Neues auf meinem Handy aufgetaucht. Was aber wiederum tats\u00e4chlich erstaunlich sch\u00f6n war zu sehen in diesen kleinen Pausen oder gro\u00dfen Pausen, wo das Handy nat\u00fcrlich dann nicht zug\u00e4nglich war, da wurde miteinander gesprochen, da wurde sich ausgetauscht, da wurden auch die neuesten. Ja, bei uns war ja immer gro\u00dfes Thema Abschlussfeier, Abschlussfahrt und so weiter. Ich hatte ja immer die gro\u00dfen Klasse 9 und 10, da wurde sich dann ausgetauscht und Ideen gesammelt und so. Da war dann Kommunikation gar kein Thema. \nMH: Also man sieht so ein Medium verf\u00fchrt dann einfach.\nMH: Genau. Also es \u00fcberlagert wirklich diese realen Begegnungen und Begegnungen und das ist ist einfach 'ne Gefahr, die wirklich unsch\u00f6n ist. \nMH: Jetzt hatten Sie das vorhin auch erw\u00e4hnt, mit dem Schlafentzug sozusagen. Wenn ich einmal so 'ne Art, so 'ne wissenschaftliche Frage stellen darf, was sagen denn aktuelle Erkenntnisse zur Entwicklung des Gehirns bei Jugendlichen in Bezug auf auf auf Mediennutzung?\nKG: Ja, also. Ich, wie ich schon gesagt habe, ich habe ja Klasse 9 und 10 eigentlich nur unterrichtet. Und ich habe ziemlich schnell f\u00fcr mich gemerkt, dass ich so mit meinen g\u00e4ngigen Lernmethoden nicht wirklich Erfolge erzielen kann bei meinen Sch\u00fclern. Also, die waren tr\u00e4ge, die waren irgendwie unmotiviert und irgendwie hat nichts so wirklich gefruchtet. Und ich habe mich dann tats\u00e4chlich ziemlich schnell. mit der ja Entwicklung vom Gehirn w\u00e4hrend der Pubert\u00e4t besch\u00e4ftigt, viel Literatur dazu gelesen und f\u00fcr mich einfach ja dann rausgelesen, dass eben das Gehirn von von einem Jugendlichen in der Pubert\u00e4t eben genau diese Gro\u00dfbaustelle ist, von der ganz viele eben sprechen. Da werden diese neuen Verkn\u00fcpfungen miteinander. verkn\u00fcpft, also die neuen Nervenbahnen und so weiter, alles Unwichtige wird aussortiert. Und in der Zeit und das ist so quasi bisschen auch das Entscheidende, was ich f\u00fcr mich und f\u00fcr den Unterricht mitnehmen konnte, das Belohnungssystem arbeitet quasi auf Hochtouren. Und dieser pr\u00e4frontale Cortex, also der Bereich, der f\u00fcr Selbstkontrolle zust\u00e4ndig ist, der ist noch nicht fertig ausgereift und es dauert tats\u00e4chlich. bis Mitte 20 bis dieser pr\u00e4frontale Cortex, der f\u00fcr diese Selbstkontrolle zust\u00e4ndig ist, fertiggestellt ist. Und genau deshalb sind diese Likes oder diese neuen Levels bei beim Gaming auch so verf\u00fchrerisch, weil jeder kleine neue Reiz genau dieses Dopamin aussch\u00fcttet. Also es bringt es wie so ein, es ist so wie so ein kleines Feuerwerk im Gehirn, also so ein kleines Suchtpotential entsteht da. Und diese Bremse eben dieser, die ja diese Steuerung von diesem pr\u00e4frontalen Kortex, um bewusst entscheiden zu k\u00f6nnen, brauche ich jetzt dieses Like wirklich oder muss ich jetzt wirklich schnell schauen, wer mir geschrieben hat, diese Bremse, die ist eben noch nicht entwickelt. Das hei\u00dft, die Kinder haben noch nicht das Gef\u00fchl daf\u00fcr. Und f\u00fcr die Lernpsychologie oder f\u00fcr f\u00fcr meinen Unterricht selber und auch das ist auch etwas, was ich Eltern gerne mit an die Hand gebe, ist einfach. Man muss sich bewusst sein, Jugendliche sind eben extrem empf\u00e4nglich f\u00fcr schnelle Belohnungen und weniger gut darin, wirklich langfristig an einer Sache dranzubleiben. Das hei\u00dft, f\u00fcr uns ist es besonders wichtig, abseits von diesen Bildschirmen, egal ob als Lehrkraft oder als Elternteil, abseits von diesen Bildschirmen, echte Erfolgserlebnisse zu schaffen, damit eben auch da dieser Dopaminausschuss ja, zustande kommt.\nMH: Ja, ja, ja, ja, total interessant. Ja, danke f\u00fcr diesen, ne, f\u00fcr die, f\u00fcr diesen Tipp. Jetzt aber zu einer ganz generellen Frage, n\u00e4mlich zu den, zu den Inhalten, die angeboten werden und die genutzt werden, wird ja immer schwieriger, das zu unterscheiden, eben halt auch, weil die K.I. dazu gekommen ist, ne, was, was kann ich glauben, Da spielt ja auch diese sogenannte Gatekeeper-Funktion der Medien eine gro\u00dfe Rolle, aber die ist mittlerweile irgendwie auch so ein bisschen zweifelhaft geworden. Nichts scheint mir wirklich \u00fcberpr\u00fcfbar, es sei denn, man ist wirklich vor Ort. Jetzt so meine Frage: Woran erkennt man, dass etwas, dass ich dieser Quelle wirklich vertrauen kann? Dass das wirklich gutes Wissen ist, was da transportiert wird?\nKG: Ja. Das ist tats\u00e4chlich etwas, was wir in im Unterricht und auch in Schule viel mehr \u00fcben m\u00fcssen, viel mehr sichtbar machen m\u00fcssen f\u00fcr die Kinder. Denn ja, heutzutage kann ja jeder seine Inhalte, seine Meinung ver\u00f6ffentlichen, was wiederum Chance, aber auch Risiko sein kann. Und dementsprechend ist es nat\u00fcrlich auch f\u00fcr Jugendliche, auch f\u00fcr uns teilweise wirklich schwierig zu wissen, was sind verl\u00e4ssliche Informationen und was sind eben unseri\u00f6se Informationen. Und im Unterricht mache ich tats\u00e4chlich ganz gerne so 'n ganz simples Beispiel, was auch meiner Meinung nach Eltern super einfach in ihren Alltag integrieren k\u00f6nnen. Und zwar mache ich ganz oft ein kleines Experiment, dass ich im Unterricht eine banale Frage stelle: Wie hoch ist der Meeresspiegel gestiegen? Und Sie bitte dazu, Antworten im Netz zu suchen. Und 3 Antworten zu suchen. Ganz bewusst 3, damit Sie daran schon erkennen k\u00f6nnen, wie widerspr\u00fcchlich Fakten sein k\u00f6nnen, weil sie finden grunds\u00e4tzlich, egal welche Frage ich bisher gestellt habe, immer unterschiedliche Antworten. Und dann geht es eben darum, danach miteinander zu diskutieren, ja welche Quelle hast du denn da gefunden, welche Quelle steckt da dahinter, ist sie seri\u00f6s, ja welche Absicht kann diese Quelle mit diesem Beitrag haben und ja, gibt es noch weitere Belege, dass jetzt genau diese Antwort stimmt. Also das hei\u00dft, es geht wirklich darum, dass die Kinder lernen zu erkennen, dass sie einfach wirklich Quellen kritisch \u00fcberpr\u00fcfen m\u00fcssen, dass sie Quellen vergleichen m\u00fcssen und eben auch wirklich Motive hinterfragen, also warum gibt es diese unterschiedlichen Aussagen. Und genau das meine ich auch, k\u00f6nnen auch Eltern tats\u00e4chlich zu Hause machen, wenn jetzt 'n Teenager 'n 'n viralen Post oder 'n Beitrag bei Instagram oder Facebook oder wo auch immer sieht und sagt, wow, der behauptet jenes und dieses, dass die Eltern nicht sofort reagieren, so nach dem Motto, ja das stimmt ja sowieso nicht oder das kann ich mir nicht vorstellen oder das kann doch nicht sein, sondern wirklich gemeinsam da mit dem Kind sagen, O.K. wer behauptet das denn und gibt es da noch vielleicht 'ne andere vertrauensw\u00fcrdige Quelle, die das best\u00e4tigt, also wirklich das einfach aufgreifen und gemeinsam \u00fcberpr\u00fcfen.\nMH: Mhm. Und da kommen Sie in der Regel im Unterricht auch immer zu einem Ergebnis, dass Sie wirklich unterscheiden k\u00f6nnen. \nKG: In 99% der F\u00e4lle w\u00fcrde ich sagen. Also wir, es ist tats\u00e4chlich auch im Unterricht nicht immer leicht, absolut sicher zu sein, dass diese Quelle jetzt stimmt. Also ja, vielleicht sind es auch nur 90%, wenn ich so dar\u00fcber nachdenke, weil es tats\u00e4chlich nicht. immer, also wir haben diese 3 Aussagen. Meistens sind es ja auch noch viel mehr Aussagen, weil jedes Kind findet ja auch wieder bei unterschiedlichen Quellen eine Aussage, das hei\u00dft, \u00e4hm, es ist manchmal wirklich ziemlich schwierig, \u00e4hm, dann eine glaubw\u00fcrdige Quelle zu finden. Und jetzt \u00e4h mit dem Meeresspiegel oder so, sage ich jetzt mal, da kann man ja dann schon auch \u00e4hm gewisse \u00e4hm Quellen heranziehen, wo man jetzt vielleicht wei\u00df, die sind safe, aber es gibt nat\u00fcrlich auch Fragen, die ich manchmal in 'n Raum schmei\u00dfe, die sie \u00fcberpr\u00fcfen sollen, wo ich selber manchmal \u00fcberlege, huh, wo soll ich denn jetzt da wirklich selber nachschauen, ob da ja, was da jetzt die Wahrheit ist. Aber ich, ich will zugeben.\nMH: Ja, aber ich denke, wichtig ist einfach, dass man sich diese Frage stellt. Ja, ne, dass man nicht einfach nur ganz bl\u00f6d weiter alles aufnimmt, sondern wirklich sagt, Stopp, ist das jetzt wirklich richtig?\nKG: Genau. Und sich versucht eben immer 'ne zweite, gegebenenfalls sogar 'ne dritte Meinung oder eben 'n Beleg daf\u00fcr rauszusuchen, der dem sehr nahekommt.\nMH: Ja, Sie m\u00fcssen mir helfen, weil ich nicht so drin bin im Schulbetrieb. Das Unterrichtsfach Medienkompetenz, gibt's das mittlerweile schon? Ist ja wahrscheinlich vielleicht auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wie sieht das aus? Oder wenn es das noch nicht gibt, K\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass Sie dringend daf\u00fcr pl\u00e4dieren, dass dass das eingef\u00fchrt wird?\nKG: Ja, also das Fach an sich nennt sich ja eigentlich Informatik. Und das hat in meinen Augen wenig mit Medienkompetenz zu tun, da Medienkompetenz f\u00fcr mich einfach viel mehr, viel mehr S\u00e4ulen umfasst, n\u00e4mlich medienkritisch zu sein. sich selber regulieren zu k\u00f6nnen, soziale Verantwortung zu \u00fcbernehmen im Netz und so weiter. Und das deckt f\u00fcr mich einfach das Fach Informatik quasi nicht ab. Da geht es ja um ganz andere Kompetenzen, die Sch\u00fcler lernen sollen. Das hei\u00dft, bei uns speziell gibt es das Fach nicht. Wir nutzen Medien einfach in unterschiedlichen F\u00e4chern, setzen da Medien unterschiedlich ein. so wie ich es jetzt vorher auch beschrieben habe, dann meistens \u00fcber iPads oder eben \u00fcber die Computerrecherche, wenn gen\u00fcgend Computer im Klassenzimmer sind. Aber das Fach selber gibt es nicht und ich w\u00fcrde es sehr bef\u00fcrworten, wenn dieses Fach eingef\u00fchrt werden w\u00fcrde.\nMH: Ja, absolut. sie haben, Sie haben schon so 'n paar Empfehlungen vorhin so genannt, wie auch wir als Eltern. mit unseren Kindern umgehen k\u00f6nnen. Aber haben Sie vielleicht noch ein paar mehr Tipps auf Lager? Sie erw\u00e4hnten vorhin, dieses in den Vergleich zu bringen, um zu gucken, aha, h\u00f6r mal, hast du denn auch mal nach nachgeschaut, ob ob es da vielleicht noch andere Meinungen zu gibt oder auch, wie wir den Zugang zu unserem Kind bekommen k\u00f6nnen. Was, was k\u00f6nnen Sie uns noch empfehlen?\nKG: Ja, also ich denke, es ist ganz wichtig, dass Eltern ihren Kindern Orientierung geben. Das ist f\u00fcr mich oder funktioniert f\u00fcr mich nicht allein nur \u00fcber Regeln. Und wenn Regeln, dann m\u00fcssen die gemeinsam erstellt werden. Also da ist die Akzeptanz viel gr\u00f6\u00dfer, wenn Kinder verstehen, warum Regeln notwendig sind. Und ich pers\u00f6nlich bin tats\u00e4chlich gro\u00dfer Fan davon, wenn Eltern selber auch verstehen, was im Gehirn von einem Kind oder von einem Jugendlichen passiert, weil sie selber einfach auch bestimmte Regeln anders aufstellen k\u00f6nnen oder eben verstehen, warum mein Kind jetzt so scharf ist auf Belohnungen oder eben nicht lang an einer Sache dran sein kann. Das hei\u00dft und dementsprechend auch bessere Regeln erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, dem Kind erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Das hei\u00dft also, ich finde pers\u00f6nlich, dieses Wissen \u00fcber die die Umbauarbeiten im Gehirn ist 'n ganz gutes Stichwort, um Orientierung zu geben. Gleichzeitig denke ich aber auch, dass es eben Struktur und Grenzen braucht. Und da sind definitiv die Eltern auch in der Verantwortung. wie ich schon gesagt hab, dieser pr\u00e4frontale Cortex, der eben f\u00fcr diese Selbstkontrolle zust\u00e4ndig ist, der der ist noch in der Entwicklung. Das hei\u00dft, wir Eltern, wir sollten wirklich daf\u00fcr sorgen, dass es Strukturen gibt, wie handyfreie Zonen oder handyfreie Zeiten, wie feste Lern und Ruhephasen, um wirklich auch die Kinder vor \u00dcbernutzung zu sch\u00fctzen. Und ich denke, dass auch 'n ganz wichtiger, ja, Wert oder 'ne ganz wichtige Orientierungshilfe eben ist, dass Medien ja quasi nie neutral sind, also sie ber\u00fchren ja st\u00e4ndig irgendwie unsere Emotionen, unseren Selbstwert oder auch ja unsere eigene Identit\u00e4t. Und ich denke, es ist super wichtig, dass als Jugendliche sp\u00fcren, ich darf mit all meinen Gef\u00fchlen, mit all meinen Gedanken und mit all dem, was ich medial erlebe, darf ich einfach auch zu meinen Eltern kommen und dar\u00fcber sprechen. Das hei\u00dft, ich denke, es ist einfach das, was ich vorher auch schon angedeutet habe, es ist wichtig, dass wir Eltern und Lehrkr\u00e4fte 'ne Gespr\u00e4chskultur schaffen, wo wir eben nicht sofort kritisieren. Also nicht eben dieses hey, du h\u00e4ngst schon wieder am Handy, sondern eher dieses Ja, wie f\u00fchlst du dich, wenn du jetzt dieses Video anschaust oder oder auch woran merkst du, dass es dir jetzt vielleicht zu viel ist? Das denke ich, ist super wichtig. Und was ich mir auch ganz gut vorstellen kann, wie Eltern unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, das hat tats\u00e4chlich auch meine beste Freundin mit ihrer Kleinen gemacht. Damals war sie 10 die hat quasi einfach gemeinsam mit ihr 'n digitales Projekt gestartet. Wo sie also meine beste Freundin ist Fotografin und ihre Tochter ist auch interessiert an Fotografie und dann ist so die Idee entstanden, na ja, wenn sie unterwegs ist, dann kann sie ja ihr Lieblingskuscheltier in unterschiedlichen Situationen quasi fotografieren und darf das dann eben auf Instagram hochladen. Und dadurch wurde einfach ja zum einen Kreativit\u00e4t entfaltet bei bei dem Kind und vor allem nat\u00fcrlich auch das Selbstbewusstsein gest\u00e4rkt, weil sie hatte logischerweise die Anerkennung von der Mutter. Das f\u00fchrt nat\u00fcrlich auch zu Stolz und Zugeh\u00f6rigkeit, aber Aber sie hat ja auch immer diese diese Reflexion f\u00fcr sich selber, also welches Bild m\u00f6chte ich jetzt nehmen, welches gef\u00e4llt mir jetzt besser, warum gef\u00e4llt es mir besser. Das hei\u00dft, man sie und die Mama sind nat\u00fcrlich auch in in 'ne gewisse Gespr\u00e4chskultur gekommen. Und ich denke, so so 'n gemeinsames Medienprojekt kann nat\u00fcrlich auch sehr hilfreich sein. Und das Allerwichtigste. ist nat\u00fcrlich die Vorbildfunktion. Also es, es macht keinen Sinn, wenn wir selber als Erwachsene st\u00e4ndig am Handy kleben und Mails checken am Abend beim Abendessen, aber unserem Jugendlichen sagen, er soll sein Handy weggeben. Also Vorbildfunktion ist einfach m\u00e4chtig in jeglichem Bereich und dar\u00fcber m\u00fcssten wir uns oder m\u00fcssen wir uns klar sein.\nMH: Mhm. Das hei\u00dft einfach auch so mehr Bewusstsein sch\u00e4rfen, das eigene als auch das des Kindes, ne? Und so mehr, mehr zuzuh\u00f6ren, mehr, mehr zu beobachten, Mensch, wie geht es, wie geht es dem gegen\u00fcber dem Kind wirklich, ne? Was macht es da und nicht einfach nur sofort abschmettern oder gleich losmeckern, ne? Man ist dann gleich schon wieder in dieser Kommunikationsschleife drin, ne? Da wirklich dann mit Bedacht umgehen und aufeinander zugehen. \nKG: Und ich denke auch, was, was vielleicht auch noch f\u00fcr Eltern ein guter Tipp sein kann, was ich auch vorher schon kurz erw\u00e4hnt habe, man, man muss sich bewusst sein, Jugendliche suchen in der Pubert\u00e4t Zugeh\u00f6rigkeit. Ja, also was fr\u00fcher bei uns so unsere Clique vor der Haust\u00fcr war, das sind eben heute diese Chats und diese Gaming Portale. Das hei\u00dft, ich denke, es ist auch wichtig. als Eltern, diese R\u00e4ume nicht einfach abzuwerten und sondern sie einfach wirklich zu versuchen anzuerkennen, was sie einfach sind f\u00fcr Jugendliche, n\u00e4mlich Orte f\u00fcr soziale Bindung und gleichzeitig glaube ich, aber auch hier wieder ist wieder diese Kommunikation wichtig, auch \u00fcber Werte zu sprechen, zu sagen, ja, was, was ist dir wichtig an dieser Freundschaft und warum trefft ihr euch denn nicht dann oder warum schreibt ihr nur online, lasst euch doch auch mal treffen oder halt diese, diese feine Kommunikation mit dem Kind auch zu f\u00f6rdern und zu zeigen, ich nehme diesen Raum an, ich akzeptiere das, das ist f\u00fcr dich dein sozialer Raum, da schreibst du mit deiner besten Freundin, aber gleichzeitig auch eben diese Werte zu vermitteln, Freundschaft geht auch \u00fcber. ein Jet-Verhalten hinaus, das muss auch gepflegt werden und wie stellst du dir das vor und was wollt ihr denn unternehmen, also genau. \nMH: Ja, in den Werten st\u00e4rken auf jeden Fall und ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, letztendlich einfach die innere St\u00e4rke zu f\u00f6rdern, \nKG: absolut, absolut. Also die innere St\u00e4rke zu st\u00e4rken, ist das A. und O. Also das ist ganz wichtig, nicht nur im im im Bezug auf. Medienkonsum, sondern auf das komplette Leben. Ich denke, ja, die innere St\u00e4rke bedeutet in erster Linie nat\u00fcrlich sein, sein eigenes Selbstbewusstsein zu festigen. Und ja, ganz viele Jugendliche machen das leider \u00fcber Likes und Follower, weil es ist ja eine Form von Anerkennung. Und wir, unsere Aufgabe ist es, den Jugendlichen zu zeigen, dass sie eben genau diese Form von Anerkennung auch in der realen Welt erfahren d\u00fcrfen und m\u00fcssen. Also, Sie m\u00fcssen merken, ich kann etwas, ich bin wichtig, unabh\u00e4ngig von meinem Handy und es kann eben. ja, ein gelungenes Referat sein, das kann ein tolles kreatives Projekt sein, was sie sich selber \u00fcberlegt haben oder ja, ein toller Familienausflug, den sie vielleicht selber geplant haben. Also wirklich, ich glaube, es ist super wichtig f\u00fcr die innere St\u00e4rke, dass Eltern versuchen, eben diese kleinen Erfolgserlebnisse f\u00fcr die Jugendlichen ganz bewusst zu schaffen. Und auch da noch mal, ich glaube, man muss einfach sich bewusst sein, dass digitale Medien auch immer Gef\u00fchle ausl\u00f6sen bei uns. Freude, Stolz, aber auch ganz viel Stress und Druck und Neid. Und ich denke, Jugendliche m\u00fcssen f\u00fcr ihre innere St\u00e4rke auch lernen, dass Gef\u00fchle keine Wahrheiten sind, sondern dass es einfach Signale sind. Ja, wenn sie merken, oh, ich habe mich gerade verglichen, ich f\u00fchle mich jetzt irgendwie wieder. minderwertig oder ich habe das Gef\u00fchl, ich bin nicht sch\u00f6n genug oder sonst irgendwas, dann glaube ich, ist es super wichtig, dass wir Eltern genau in diesen Situationen Kinder schon ganz fr\u00fch beibringen, \u00fcber Gef\u00fchle sprechen zu d\u00fcrfen, also zu zu, dass sie sagen d\u00fcrfen, was sie gerade w\u00fctend macht, traurig macht, dass Eltern Kinder schon ganz fr\u00fch ja heranf\u00fchren an an bewusste Pausen. ja, bewusste Atmung. Ich habe mit meinen Sch\u00fclern beispielsweise immer Yoga gemacht, Lach-Yoga, progressive Muskelentspannung, Atem\u00fcbungen. Das war bei mir im Unterricht immer Teil von einer Unterrichtsstunde, weil mir das super wichtig war, dass sie Strategien an die Hand kriegen, wie sie selber sich auch wieder regulieren k\u00f6nnen. Und meine kleine Tochter, die ist jetzt 4 sie, wenn ihr irgendwas nicht passt und sie sauer ist, dann geht sie aus dem Zimmer und dann atmet sie. Und ich find das so mega, weil ich denke, O. K., sie hat 'ne Strategie an der Hand. Ich hab ihr das einfach mal gesagt, dass ich das mit meinen Sch\u00fclern mache, dass wir atmen, wenn wir sauer sind oder irgendwo draufhauen oder wie auch immer und und sie hat da f\u00fcr sich einfach das Atmen entdeckt und. Ich glaube, das ist super wichtig f\u00fcr innere St\u00e4rke, einfach dass wir ganz, ganz fr\u00fch anfangen, den Kindern Strategien an die Hand zu geben, egal in welcher Form. Das kann auch Fu\u00dfballspielen sein, andere Erfolgserlebnisse, Tennis spielen, Fotografieren, aber dass sie einfach au\u00dferhalb merken, ich kann was, ich bin wichtig und auch all meine Gef\u00fchle sind wichtig.\nMH: Frau Gruler, Sie haben gerade wirklich, also Sie haben mich gerade so mitgenommen, so wirklich so wertvolle Informationen mitgegeben. Ich muss es, ich muss es jetzt trotzdem noch einmal fragen, auch wenn ich mir die Antwort schon vorstellen kann. Unsere oder viele Eltern, so wie wir es auch sind oder noch vielleicht auch sogar noch 'n bisschen \u00e4lter, mussten ja in diese digitale Welt hineinwachsen. Denken Sie, das war ein Vorteil oder sie oder wir d\u00fcrfen das wahrscheinlich gar nicht bewerten, ne? unsere Kinder sind in dieser digitalen Welt gro\u00df geworden und das ist einfach 'ne ganz andere ja Ebene.\nKG: Ja. Ja, absolut. Also ich selber hatte ja auch mein erstes Handy mit 20 oder 21, Also auch ganz weit entfernt von dem, wie jetzt Kinder aufwachsen. Ich glaube, man kann, man kann es. beidseitig sehen. Also ich glaube, es kann tats\u00e4chlich f\u00fcr uns auch ein gro\u00dfer Vorteil sein, dass wir eben nicht mit diesen digitalen Medien aufgewachsen sind, weil wir eben noch die Zeit frei davon kennen und genau diese auch unseren Kindern zeigen m\u00fcssen, d\u00fcrfen, sollen. Und von dem her finde ich es ja, schwierig zu beantworten. Wir, wir k\u00f6nnen, wir sind anders aufgewachsen und wir d\u00fcrfen diese Welt der Kinder, die eben mit diesen digitalen Medien aufw\u00e4chst, so wie sie es schon gesagt haben, wir d\u00fcrfen das einfach nicht bewerten. Ich glaube, wir m\u00fcssen es einfach hinnehmen und gleichzeitig das als Geschenk von uns selber sehen, dass wir es nicht sind, dass wir noch andere Ideen unseren Kindern anbieten k\u00f6nnen, zeigen k\u00f6nnen au\u00dferhalb von diesen digitaler Welt und dass wir das einfach auch \nMH: Ja, als Chance sehen und einfach machen, als Chance sehen. Genau, nicht jetzt nur die negativen Einfl\u00fcsse sehen, sondern wirklich auch die digitale Welt. als Chance sehen. So machen Sie uns zum Abschluss noch mal so, so 'n bisschen Hoffnung sozusagen f\u00fcr die Zukunft unserer Kinder. So, so, so. Was ist Ihre Botschaft?\nKG: Ja, was ist meine Botschaft? Also, ich denke, die gro\u00dfe Chance in den digitalen Medien liegt heutzutage auf jeden Fall darin, dass nat\u00fcrlich Jugendliche heute 'n 'n Zugang haben zu unendlich vielen Wissensquellen. Und dass sie sich auch wirklich mit Menschen auf der ganzen Welt vernetzen k\u00f6nnen, was ich unglaublich toll finde, denn ich finde, man kann nicht besser lernen als von anderen Kulturen und miteinander. Und das finde ich nat\u00fcrlich ganz ganz toll. Und vor allem k\u00f6nnen Jugendliche durch digitale, durch digitale Medien sich nat\u00fcrlich auch Geh\u00f6r verschaffen, sie k\u00f6nnen kreativ werden, sie k\u00f6nnen eigene kleine Projekte starten, die fr\u00fcher vielleicht so in der Form nicht m\u00f6glich waren. Sie k\u00f6nnen ja ihre Stimme erheben und das finde ich schon sehr, sehr toll im Bezug auf Medien. Aber ich denke auch, dass es super wichtig ist, dass wir ihnen eben diese innere St\u00e4rke mitgeben, dieses kritische Hinterfragen, dieses kritische Denken und diese Orientierung mitgeben im im ganzen Mediendschungel, damit sie eben nicht Opfer von diesen digitalen digitalen Medien werden, sondern eben wirklich aktive Gestalter. Und ja, ich denke, meine Kernbotschaft ist einfach. Unsere Jugendlichen wachsen definitiv in einer Welt auf, die voller Unsicherheiten ist, aber auch voller M\u00f6glichkeiten. Und wenn wir es schaffen, sie richtig zu begleiten, dann denke ich, ja dann werden sie wirklich zu digitalen Pionieren mit Herz und Verstand.\nMH: Super. Ach Frau Gruler, das war jetzt so 'n sch\u00f6nes Abschlusswort. Erst einmal Dankesch\u00f6n. f\u00fcr diese wirklich tiefen Einblicke. Ich hab jetzt ganz viel mitgenommen, auch wenn meine Tochter schon 'n bisschen \u00e4lter ist, aber auch was sie sagen, digital mitgestalten, wir d\u00fcrfen einfach nicht ne in in Resignation verfallen, ich sag mal so, das Rad hat sich immer gedreht, nur nur sch\u00f6n, wenn es halt in die richtige Richtung geht, ne.\nKG: Absolut. Ja. Absolut. Und da sind wir Eltern und Lehrkr\u00e4fte nat\u00fcrlich, aber vielmehr wir Eltern sind da. auch in der oder wir m\u00fcssen in die aktive Rolle steigen. Also wir d\u00fcrfen nicht passiv einfach zuschauen, was unsere Kinder da machen. Wir d\u00fcrfen und wir sollen, glaube ich, auch einfach aktiv mit unseren Kindern \u00fcber Medien sprechen, \u00fcber ihre Lieblingsinfluencer, \u00fcber ihre Lieblingsspiele, Interesse zeigen und vielleicht auch selber sich ein bisschen ja in die in die Medienkompetenz einfach auch ein bisschen. einlesen und sich selber auch im Klaren sein, dass Medienkompetenz nicht einfach hei\u00dft, ich geb meinem Kind 'n Handy in die Hand und es wird schon wissen, was dann mitmacht, sondern wirklich zu verstehen, wie kann ich mein Kind von Anfang an gut begleiten. Und ich denke, das ist super wichtig, dass uns das bewusst ist als Eltern.\nMH: Ja. Liebe Frau Gruler, also ganz lieben Dank f\u00fcr dieses wirklich bereichernde Gespr\u00e4ch und. Ihnen alles Gute.\nKG: Vielen lieben Dank, es hat super viel Spa\u00df gemacht. Ich, ja, es war irgendwie total der sch\u00f6ne Flow und ich freue mich und ja, w\u00fcnsch noch einen wundersch\u00f6nen Tag.\nMH: Ich Ihnen auch, tsch\u00fcss, \nKG: tsch\u00fcss. \nMH: Das Thema Medienkompetenz, es ist ein ganz, ganz weites Feld, gerade im Umgang mit Jugendlichen. Was Eltern ganz konkret tun k\u00f6nnen, um Zugang zu ihren Kindern zu finden in Sachen digitaler Welt, dazu hat Katharina Gruhler uns, wie ich finde, wirklich wertvolle Informationen geliefert. Ich fand es ein sehr bereicherndes Gespr\u00e4ch und hoffe auch, du konntest etwas davon mitnehmen, ob als Eltern oder nicht. Also gib mir gerne Feedback auf blogweise.junfermann.de. Auf jeden Fall sage ich danke f\u00fcrs Zuh\u00f6ren. Bleibt mir nur noch zu sagen, gib sch\u00f6n auf dich acht. Deine Marion.": null}